„Die Schulung hat sich gelohnt“ Meppen: Regialog qualifiziert Kulturwissenschaftler

Ihren Arbeitsplatz hat Annette Sievers in der Projektphase in der Bücherei des Emsländischen Heimatbundes in Meppen. Foto: Manfred FickersIhren Arbeitsplatz hat Annette Sievers in der Projektphase in der Bücherei des Emsländischen Heimatbundes in Meppen. Foto: Manfred Fickers

Meppen. Kulturveranstalter und der Tourismus brauchen die Kenntnisse von Geistes- und Kulturwissenschaftlern. Aus dieser Erfahrung heraus beteiligt sich die Emsländische Landschaft am Bildungsprojekt Regialog, um qualifizierten Kräften den Weg in eine berufliche Tätigkeit im Kulturtourismus und -marketing zu ebnen.

Annette Sievers hat in Meppen ihre achtmonatige Vollzeitweiterbildung fast abgeschlossen. Nach einer Familienphase suchte die Diplom-Restauratorin eine Möglichkeit, ihre fachliche Qualifikation auf neue Art beruflich zu nutzen. Damit gehört sie zur Zielgruppe, für die der Verein zum Erfassen, Erschließen und Erhalten der historischen Sachkultur im Weser-Ems-Gebiet mit Sitz in Emden in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit die Regialog-Fortbildung anbietet.

Völlig uneigennützig macht der Verein dies nicht, denn die 26 Projektpartner, bei denen der praktische Teil der Weiterbildung abläuft, kennen den wachsenden Bedarf auf dem Arbeitsmarkt im Bereich Kulturtourismus und -marketing. Bundesweit ist Regialog einzigartig. Deshalb gibt es Bewerber aus ganz Deutschland, erklärt Josef Grave, Geschäftsführer der Emsländischen Landschaft.

60 Prozent beträgt der Praxisanteil der Fortbildung, für die pro Jahr circa 20 Teilnehmerplätze bereitgestellt werden.

Den theoretischen Teil absolvierte Sievers in Oldenburg. Fachseminare und EDV-Training bereiten auf den praktischen Teil in Kultureinrichtungen und im Bereich Tourismus/Marketing vor. Dies fördert nebenbei auch die Vernetzung der
26 Projektpartner, sagt Grave.

Als erstes der beiden Praxisprojekte erarbeitete Sievers im Büro der Bibliothek des Emsländischen Heimatbundes in Meppen eine Touristikroute zur Emslanderschließung. Dann stellte sie den Kulturwegweiser „Auf den Spuren jüdischen Lebens im Emsland“ zusammen. Ihre Kenntnisse der Kulturgeschichte und ihr geschulter Blick auf Bau- und Kulturdenkmale waren die Grundlage, die sie mitbrachte. „Solche Projekte, die historische Themen und kulturtouristische Fragestellungen verknüpfen, bieten sich an, weil hier die Literatur vorhanden ist“, erklärt der Geschäftsführer.

Die Kulturwissenschaftlerin zieht eine positive Bilanz ihrer achtmonatigen Fortbildung und lobt den Bildungsträger und die Agentur für Arbeit. „Ich bin froh und dankbar, dass sie mir diese Möglichkeit gegeben haben.“ Über das Lernen hinaus habe sie viele beruflich interessante Kontakte knüpfen können. Aus Gesprächen mit Absolventen weiß sie, dass circa 70 Prozent der Absolventen der seit 2003 angebotenen Fortbildung im ersten Jahr nach dem Abschluss Stellen gefunden haben. Andere machten sich selbstständig. Für sich persönlich meint Annette Sievers: „Die Schulung hat sich gelohnt.“