Aus Respekt vor den Toten Reservisten pflegen Kriegsgräber in Ostpreußen

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Meppen Ihren 20. Kriegsgräberpflegeeinsatz im russischen Gebiet Kaliningrad, dem früheren Ostpreußen, plant die Kreisgruppe Emsland/Grafschaft Bentheim des Reservistenverbands in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

„Wir stellen uns seit Jahren der großen moralischen Verpflichtung gegenüber allen Kriegstoten“, erklärt Horst Richardt, Ehrenvorsitzender der Kreisgruppe und Beauftragter des Volksbunds. Seit 1995 fand in jedem Jahr eine Gräberpflege im europäischen Ausland statt, die ein Stück Friedensarbeit darstellt. In jeweils 16 Tagen mit An- und Abreise sind im früheren Ostpreußen 21 völlig überwucherte Friedhöfe aus dem Ersten Weltkrieg freigelegt und wieder würdig hergerichtet worden. Auf 48 Soldatenfriedhöfen wurden Instandsetzungs- und Pflegearbeiten verrichtet. In diesem Jahr wurde über die Gräberpflege hinaus auch das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in Heerzogskirch (Krasnogorskoe) restauriert. Generalkonsul Krause, Königsberg (Kaliningrad) und Militärattaché General Schwalb legten dort ein Blumengebinde nieder. Möglich wurde der Einsatz in diesem Jahr durch Sponsoren in Lathen, Haselünne, Papenburg und Meppen.

Im kommenden Jahr wollen Reservisten und Förderer vom 27. Juni bis zum 13. Juli Friedhöfe aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg in Insterburg (Tschernjachowsk), Kleschauen (Katusowa), Kleinbeinuhnen (Uljanoskoe), Mallwen (Majskoe) und Altkrug (Pervomajskoe) instand setzen. Weitere Zielorte gehören zu Dörfern, die untergegangen sind, Adlermark, Jodahnen, Kleinsobrost, Alt Sauswalde, Adamsheide, Schweizerau, Preußisch Nassau und Edern.

Die Reservisten und Förderer werden wieder in der Diakonie der Salzburger Kirche in Gussev (Gumbinnen) unterkommen. Von dort sind die Soldatenfriedhöfe in maximal 50 Kilometern Entfernung zu erreichen.

„Die russische Administration und die Bevölkerung toleriert nicht nur unsere Arbeit, sondern wir erleben immer mehr sehr positive Unterstützung und Hilfsbereitschaft“, berichtet Richardt. „Die Kosakenabteilung in Gussev, unser neuer militärischer Partner, stellt seit drei Jahren immer zwei bis drei Kosaken zur Mitarbeit ab.“ Im Juli will Ataman (Komandeur) Kapitän Valerij Meppen besuchen, um die Kriegsgefangenenfriedhöfe im Emsland zu besichtigen. Vier Reservisten wurden in diesem Jahr als Ehrengäste der Stadt Gussev zum Gedenken des Beginns des Ersten Weltkriegs eingeladen.

Anerkennung findet die Arbeit der Reservisten auch in Deutschland. So wurde Rudi Henkel, Jürgen Bradler und Karl-Ludwig Bode die Madonna-von-Stalingrad-Medaille des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge verliehen.


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