Blue Hour mit Echoes of Swing Exzellenter Jazz in Meppen

Von

Die vier Jazz-Meister begeisterten in der Aula der Musikschule des Emslandes. Foto: Gerd MecklenborgDie vier Jazz-Meister begeisterten in der Aula der Musikschule des Emslandes. Foto: Gerd Mecklenborg

Meppen. Musiker zum Anfassen hat die leider sehr überschaubare Hörerschaft eines großartigen Jazzkonzertes in der Aula der Musikschule des Emslandes in Meppen genießen dürfen. Die vier Instrumentalisten von Echoes of Swing konnten so vor ihrem Auftritt jeden Besucher mit Handschlag begrüßen.

Dann starteten Bernd Lhotzky (Piano), Colin T. Dawson (Trompete & Vocals), Chris Hopkins (Alto Saxofon) und Oliver Mewes (Schlagzeug), ein fulminantes Wohnzimmerkonzert. Einzig ein Mikrofon, für die gelegentlichen Gesangseinlagen von Colin T. Dawson, hatte das Quartett mit nach Meppen gebracht. Die gute unverfälschende Akustik in der Aula war ein wohltuender Bestandteil der genialen musikalischen Darbietungen. Vom ersten Ton an überzeugte das deutsch-amerikanisch-englischen Quartett Echoes of Swing mit einer unglaublichen Präzision im Zusammenspiel: Meisterlich instrumentaltechnisches Handwerk, kompakte detailreiche Arrangements, gewürzt mit Esprit und Charme. Swingender akustischer Jazz, immer auf der Suche nach dem Verborgenen, dem Exquisiten. Bekannte Jazz-Standards haben die ausgebildeten Musiker gekonnt umarrangiert.

„On A Slow Boat To China“, „Wild Cat Blues“ und viele andere Klassiker des Jazz und Swing, oft aus den 20ern des letzten Jahrhunderts, erklangen so im ganz neuen sehr dynamisch, witzig, spritzigen Hörerlebnis. Alle vier Musiker sind Virtuosen auf ihrem Instrument. Besonders bewundernswert die Leistung des Trompeters Colin T. Dawson, der sein Instrument mit einer gebrochenen Hand bediente.

„Blue Pepper“ heißt die aktuelle CD der Band. Jeder Titel darauf hat etwas mit der Farbe Blau zu tun. Und so kamen die Meppener in den Genuss einer höchst unterhaltsamen „Blue Hour“. Sie durften dabei auch Jazztitel erraten.

Interessant waren auch die Ausflüge in andere Musikstile. So wurde etwa ein uraltes mexikanisches Volkslied in ein jazziges Gewand gekleidet, oder es wurde eine meditative Wanderung durch die Wüste hörbar gemacht. Grandios die leider etwas zu kurzen Soli der begnadeten Instrumentalisten. Hervorragend war eine „swingende Fuge“ aus der Feder des Pianisten Bernd Lhotzky, der den einmaligen Klang des Steinwayflügels in der Musikschule, etwa bei der Jazzinterpretation der „Schmetterlings-Etüde“ von Chopin, optimal zur Geltung brachte. Oder das fulminante Schlagzeugsolo von Oliver Mewes, anfangs nur mit dumpfen Paukenschlegeln getrommelt, dann exstatisch fortgeführt mit harten Sticks, Fäusten und Jazzbesen. Nach über 90 Minuten Jazzgenuss der besonderen Art belohnten „Echoes of Swing“ mit einem rasanten Zugabenblock.

Weitere Nachrichten aus Meppen finden Sie unter www.noz.de/meppen


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN