Höchstform als „Mutti reloaded“ Kabarettist Reiner Kröhnert in Meppen

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Reiner Kröhnert freut sich als „Mutti“ Angela Merkel beim Fußball der deutschen Elf. Foto: Iris KroehnertReiner Kröhnert freut sich als „Mutti“ Angela Merkel beim Fußball der deutschen Elf. Foto: Iris Kroehnert

Meppen. Der Mann ist ein Phänomen: Reiner Kröhnert, Kabarettist und Parodist aus Kirchberg in Rheinland-Pfalz. Am Sonntagabend trat er mit seinem neuen Programm „Kröhnerts Krönung“ im Windthorst-Theater in Meppen auf. Dabei gelang es ihm, mit bis zu zwei weiteren Personen in einen Dialog zu treten, die gleichfalls von ihm dargestellt oder besser parodiert wurden.

So talkt Kröhnert als Michel Friedmann und als Literaturwissenschaftler und Schriftsteller Rüdiger Safranski nacheinander mit Franz Beckenbauer, Mario Basler, Boris Becker, Dieter Bohlen, Daniela Katzenberger und Klaus Kinski. Während des Gesprächs nimmt Kröhnert blitzschnell und wechselnd die anderen Persönlichkeiten an. Und nicht nur das: Er charakterisiert, er parodiert, er überzeichnet. Dabei lässt er die jeweiligen Personen so lebendig werden, dass der Theaterbesucher in kürzester Zeit zu vergessen vermag, dass da gar nicht der echte Boris Becker oder Franz Beckenbauer auf der Bühne steht.

Die Worte des Kabarettisten sind bei all dem derart hintersinnig und entlarvend, dass man als Besucher so manches Mal um die Ecke denken muss. So stellt er die (Ex-)Politiker Peter Hintze und Rüdiger Pofalla als „Speichellecker“ der Kanzlerin dar, wobei die erste Silbe im Nachnamen Pofallas noch eine besondere Bedeutung in einem Wortspiel erhält, auf dem Kröhnert seinen Sketch letztlich aufbaut.

Überhaupt die Kanzlerin: Als „Mutti reloaded“ läuft Kröhnert auf der Bühne zur Höchstform auf. Mit Angela-Perücke und typischen Gesten („Kanzlerinnen-Raute“) und typischer Körpersprache nimmt er die Bundeskanzlerin aufs Korn. Er lässt sie über ihre Personalpolitik sprechen und wie sie sich gegen Kanzlerkandidaten in der Vergangenheit und der Zukunft durchsetzte beziehungsweise durchsetzen will. „Stichwort Horst Seehofer“, lästert Kröhnert alias Merkel und fügt boshaft hinzu, „die weiß-blaue Samenschleuder“.

Dabei macht sich Kröhnert alias Merkel auch Gedanken über die „Nach-Groko-Zeit“ und richtet die Worte an die Grünen: „Mein lieber Anton Hofreiter, also, wenn Sie mich noch wollen...“ Ganz pragmatisch wird ein Friseurtermin bei Udo Walz in Aussicht gestellt. „Das mit Ihrer Frisur kriegen wir auch noch hin“, verspricht Kröhnert alias Merkel.

Nicht minder gut ist der Kabarettist als Joachim Gauck, Wolfgang Schäuble, Hans-Dietrich Genscher, Hans-Jochen Vogel, Rita Süssmuth und Gerhard Schröder. Und dann ist da noch das Gespräch zwischen Gerhard Stoltenberg und Erich Honecker in der Vorhölle. Kröhnert at his best. Schade, dass lediglich ganze 25 Besucher den Weg ins Meppener Theater fanden.


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