Sagemüller-Straße ad acta legen UWG: Meppener Straße nach Hermann Proske benennen

Von Hermann-Josef Mammes

Sozialdemokrat Hermann Proske. Archivfoto: Manfred FickersSozialdemokrat Hermann Proske. Archivfoto: Manfred Fickers

Meppen. Einstimmig beschloss der Meppener Stadtrat, dem früheren Bürgermeister Wilhelm Sagemüller die Ehrenbürgerschaft abzuerkennen (wir berichteten). Wenn es nach dem Willen der UWG-Stadtratsfraktion geht, soll die Straße auch einen neuen Namen erhalten. Die Unabhängigen wollen sie in „Hermann-Proske-Straße“ umwidmen lassen.

Dazu sagt Fraktionsvorsitzender Günther Pletz in einer Presseerklärung: „Er war einer der profiliertesten Meppener Kommunalpolitiker der Nachkriegszeit.“ Der bekennende Sozialdemokrat Proske verstarb 2007 im Alter von 78 Jahren. Proske engagierte sich 37 Jahre als Politiker für seine Heimatstadt. Als Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion verantwortete er von 1972 bis 1996 zudem sehr viele Grundsatzentscheidungen der einfolgreichen Kreispolitik des Emslandes mit. Überregional vertrat er die Interessen der Region zusätzlich noch als Abgeordneter von 1974 bis 1986 im Niedersächsischen Landtag. Proske genoss über Parteigrenzen hinaus großes Ansehen in der emsländischen Bevölkerung. Für seine großen Verdienste um den Landkreis wurde ihm die Emsland-Medaille verliehen.

Die Meppener UWG-Stadtratsfraktion beantragt jetzt, dass über die Namensänderung zuerst die zuständigen Fachausschüsse diskutieren und schließlich die Stadtratsmitglieder abstimmen sollen.

Dagegen nahm nach einem wissenschaftlichen Gutachten Wilhelm Sagemüller von 1933 bis 1945 eine Schlüsselfigur in Sachen Emslandlager ein und hatte keine Bedenken, das Terror- und Unrechtssystem tatkräftig zu unterstützen.

„Die Straßenanlieger, denen durch die Straßenumbenennung Kosten entstehen, sollen durch eine gemeinsam festzulegende Summe entschädigt werden“, sagt Günther Pletz in seinem Antrag.

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