Urteil am Amtsgericht Meppen Junger Drogenkonsument erhält letzte Bewährung

Von Alfred Korfhage

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Meppen. Zu sechs Monaten Freiheitsstrafe hat ein Strafrichter am Amtsgericht Meppen einen jungen Einbrecher verurteilt. Der Richter ordnete aber Schadensregulierung und Therapie an.

Angeklagt war ein berufsloser Mann aus Meppen. Ihm wurde vorgeworfen, im April 2014 in eine Autowerkstatt eingedrungen zu sein, wo er aber nur einen unverschlossenen Tresor mit ein paar Münzen und vier Schachteln Zigaretten vorfand. Eine alarmierte Polizeistreife beendete den Diebstahl.

Der Täter hatte die Glasscheibe eines Seiteneingangs eingetreten. Um sich einen Fluchtweg zu sichern, hatte er ein Fenster zur Rückseite des Gebäudes geöffnet. Wohl aufgrund seiner Trunkenheit und des Konsums von Amphetamin und Haschisch hatte er das Kommen der Polizei nicht mitbekommen. Sein Zustand sei desorientiert gewesen, sagte ein Polizeibeamter als Zeuge. Er habe deutlich nach Alkohol gerochen. Zur Tatzeit wurde ein Blutalkoholgehalt von 2,38 Promille ermittelt, daneben aber auch hohe Werte für den Konsum von Drogen.

Der Angeklagte gab sofort nach Verlesung der Anklageschrift alles zu. An Einzelheiten der Straftat könne er sich aber nicht erinnern, er habe alkoholbedingt, auch wegen der Drogen, große Erinnerungslücken. Bei dem Geschädigten, auf dessen Vernehmung das Gericht verzichten konnte, entschuldigte er sich und versprach Schadenregulierung. Zu seiner Person befragt, äußerte er, er habe keinen Schulabschluss und keine Berufsausbildung. Gearbeitet habe er in einem Gartenbaubetrieb.

Bei einem unverschuldeten Unfall sei er schwer verletzt worden, er sei noch in Behandlung, könne aber sofort nach Gesundung wieder bei seinem vormaligen Arbeitgeber anfangen.

Im Strafregister gab es acht Eintragungen, seit 2010 mehrere Einbruchsdiebstähle, Sachbeschädigungen und Körperverletzungen. Die letzte Verurteilung war Anfang März rechtskräftig geworden, sie lautete auf neun Monate mit Bewährung. Tatobjekte waren ein Geschäft im Stadtzentrum, ein Vereinsheim und die Kirche in Groß Fullen . Keine vier Wochen später beging er die jetzt verhandelte Tat.

Seine Bewährungshelferin gab einen für den Probanden positiven Bericht ab. Nach anfänglichen Schwierigkeiten laufe die Betreuung jetzt sehr gut, er sei, so hoffte sie, auf dem richtigen Weg, er arbeite aktiv an seinem Alkohol- und Drogenproblem.

Der Staatsanwalt beantragte fünf Monate Freiheitsstrafe, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden könnten, weil er Bewährungsversager sei. Sein Pflichtverteidiger hielt das Strafmaß für angemessen, forderte aber eine erneute Strafaussetzung, weil der Angeklagte sich gefangen habe.

Der Strafrichter erkannte auf sechs Monate Freiheitsstrafe, die er nicht verbüßen müsse, wenn er sich an die Auflagen halte. Dazu gehöre der Nachweis, dass er die angefangene Therapie fortsetze und den Schaden reguliere.

Der Richter erkannte Geständnis und Entschuldigung an. Wenn er seine Alkohol- und Drogenprobleme in den Griff bekomme, bestehe Hoffnung auf Besserung. Negativ wertete er den Rückfall kurz nach einer Verurteilung. Zur Tatzeit sei er vermindert schuldfähig gewesen, außerdem sei die Tat im Versuchstadium geblieben.

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