Füttern der Pflanze verboten! Musischule Meppen probt für den „Der kleine Horrorladen“

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Meppen. Die Ansagen kommen kurz und knapp. Alle Darsteller sind hoch konzentriert und hören genau auf die Regieanweisungen von Julia Felthaus. Ein Pfiff und ein Klatschen, das ist das Startzeichen für die fleischfressende Pflanze im kleinen Horrorladen.

Kraftvolle Stimmen und rhythmische Tanzschritte ertönen aus der Aula der Musikschule in Meppen . Die Gesangs- und Tanzproben für das Musical „Der kleine Horrorladen“ laufen seit Wochen auf Hochtouren, und eine Woche vor der Aufführung wird dann im Meppener Theater täglich geprobt.

„Das Stück ist für die jugendlichen Darsteller eine große Herausforderung. Hierbei müssen sowohl Tanz und Gesang als auch Schauspiel zusammengeführt werden“, erzählt Musikschulleiter Martin Nieswandt. Mit Iris Limbarth, künstlerische Leiterin der Freilichtbühne Meppen , konnte die Musikschule eine Expertin der Szene gewinnen, die das Musical bereits in Wiesbaden aufgeführt hat und die Requisiten zur Verfügung stellt.

Mit ins Boot holte sich Nieswandt auch Julia Felthaus. Die professionell ausgebildete Musicaldarstellerin, bekannt aus vielen Stücken der Freilichtbühne, führt zum zweiten Mal Regie bei einer Musicaldarbietung der Musikschule. Von der Entwicklung ihrer Schützlinge ist sie begeistert: „Als wir im vergangenen Jahr kurz vor den Proben für das Musical ,Charlie Brown ‘ standen, hatte kein Darsteller schauspielerische Erfahrungen. Mittlerweile sind wir zu einem Team zusammengewachsen, und es haben sich alle wahnsinnig verbessert.“

Was am Premierentag in zwei Stunden auf der Bühne dargeboten werden soll, ist eine professionelle Vorstellung, die bis ins kleinste Detail monatelang wieder und wieder geprobt wurde. Die Darsteller bringen viel Ehrgeiz und Disziplin mit. „Ich stehe seit meinem fünften Lebensjahr auf der Bühne. Auch für mich ist dieses Stück eine Herausforderung“, sagt Marlene Budden. Die 18-Jährige spielt die Hauptrolle der Audrey, die sich zur männlichen Hauptfigur Seymour Krelborn hingezogen fühlt. „Dieses kleine blonde Dummchen muss man einfach lieben. Aber ich musste mich zunächst in die Rolle einfinden. Ich muss sagen, sie ist nicht so dumm, wie sie aussieht“, erklärt die junge Darstellerin, die nächstes Jahr ein Gesangsstudium für Rock und Pop plant.

Tomas Stitilis, der 2013 die Titelfigur im Musical „Charlie Brown“ verkörperte, spielt in dieser Produktion den Angestellten Seymour Krelborn, der es im Blumenladen von Mr. Mushnik mit einer ungewöhnlichen Pflanze zu tun bekommt, die mit ihm spricht und die er mit Blut füttern soll.

„Ich spiele schon wieder den Nerd, den Loser“, witzelt der 21-Jährige. „Aber diese Rolle ist bemerkenswert. Die Entwicklung, die Seymour im Laufe der Geschichte durchmacht, verändert einfach alles“, erzählt der Musicaldarsteller, der seit der ersten Klasse Gesangsunterricht nimmt.

Trotz Bühnenerfahrung ist bei ihm Lampenfieber kurz vor der Vorstellung ein stetiger Begleiter: „Wenn es ganz schlimm wird, muss mir jemand einen Witz erzählen. Ich will dann lachen, und das lenkt mich dann ab.“ Auch Julia Felthaus offenbart, dass sie vor jeder Vorstellung schlimmes Lampenfieber befällt. „Sobald ich auf der Bühne singe und tanze, geht es aber wieder“, erzählt sie.

Die Choreografie kommt von Iris Limbarth, die unter der Leitung von Julia Felthaus umgesetzt wird. „Wir haben mehrfach Workshops veranstaltet und arbeiten dabei gesanglich und tänzerisch auf hohem Niveau“, schildert die Musicaldarstellerin, die während der Probenzeit selbst noch nebenbei auf der Freilichtbühne bei „Hair“ mitspielte. „Jetzt muss nur noch der Text bei allen richtig sitzen“, sagt sie.

Unterstützt werden die Musikschüler von einer Liveband und dem Pianisten Jason Weaver sowie Ulrich Talle, der neben seiner Hauptrolle als Mr. Mushnik auch die musikalische Leitung übernimmt und bei der Premiere am Sonntag, 12. Oktober, um 16 Uhr die Zuschauer in Gänsehautstimmung bringen will.


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