Politik – auch im hohen Alter 20-jähriges Bestehen des Seniorenbeirates Emsland

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Der Seniorenbeirat Emsland versteht sich als Sprachrohr für die älteren Mitbürger.Festredner Henning Scherf mit Landrat Reinhard Winter, der zu Gast war. Foto: Hermann-Josef MammesDer Seniorenbeirat Emsland versteht sich als Sprachrohr für die älteren Mitbürger.Festredner Henning Scherf mit Landrat Reinhard Winter, der zu Gast war. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Der Seniorenbeirat Emsland versteht sich als Sprachrohr für die älteren Mitbürger. Zugleich strebt das Gremium den Dialog mit allen Generationen an. Vorsitzender Theo Weggert will auf diesem Weg die „Herausforderungen des demografischen Wandels meistern“.

Im Rahmen eines Festaktes in Meppen zum 20-jährigen Bestehen des Seniorenbeirates Emsland sagte er: „Die Senioren müssen sich auch gegenüber der Politik Gehör verschaffen.“ In den vergangen zwei Jahrzehnten habe sich im Landkreis schon einiges geändert. Landrat Reinhard Winter nahm den Ball auf: „Sie sind zu einer festen Institution, einer überparteilichen Interessenvertretung und einem zentralen Ansprechpartner geworden. Dies sei vor 20 Jahren auch die Absicht von den Initiatoren Johannes Beckering und Gerda Tandecki gewesen. Der Dank von Winter galt auch den bisherigen Vorsitzenden des Seniorenbeirates, dem verstorbenen Heinz Krömer, und Heinz Grieß. Der Beirat tagte insgesamt 70-mal. Unterstützt werden die Ehrenamtlichen vom Seniorenstützpunkt Emsland. Auf Anregung des Beirates kümmern sich heute ehrenamtliche Wohnberater um die Belange ältere Bürger. Wichtige Informationen erhalten Senioren über das Service-Portal Emsland (www.service-emsland.de) Weiter entstand die Einrichtung des Demenzservicezentrums 2011 auf Anregung des Beirates.

Winter mahnte, dass „die älteren Menschen keineswegs zum alten Eisen gehören, sondern dass das Emsland sie mehr denn je braucht“.

Festredner Henning Scherf, ehemaliger Bürgermeister der Stadt Bremen, rief dazu auf alle Menschen, auch demenzkranke, am Leben teilhaben zu lassen. „Wir dürfen sie nicht aufs Abstellgleis stellen.“ Die Teilhabe an der Lebensgemeinschaft sei enorm wichtig. Als ein Paradebeispiel führte er den Sozialen Ökohof in Papenburg an. Dort hätten es Pastor Gerrit Weusthof und seine Mitstreiter geschafft, dass Menschen über die Arbeit am Alltagsleben teilhaben können.

Der rüstige 76-jährige Radfahrer und Hochseesegler, der selbst seit 27 Jahren in einem Mehrgenerationenhaus in Breme n lebt, sagte: „Das Alter bekommt ein neues Gesicht.“ Laut einer Umfrage fühlten sich 70-Jährige in Deutschland im Durchschnitt 13 Jahre jünger. Senioren könnten als aktiver Teil der Gesellschaft gerade im Ehrenamt viele wichtige Aufgaben übernehmen.

Als Beispiele nannte er Vorlesestunden in Grundschulen und Kindertagesstätten. Viele Ältere engagierten sich aber auch in Vereinen und Verbänden „Die Senioren erkennen dort, dass sie gebraucht werden.“ Für Scherf benötigt die Gesellschaft intelligente Formen vom Übergang vom Arbeits- ins Rentenleben. „Wir müssen es vermeiden, dass die Menschen von einem auf den anderen Tag nichts mehr zu tun haben.“

Gleichzeitig warnte Scherf von dem Allensein im Alter in den eigenen vier Wänden oder auch reinen Altersheimen. Es gebe in Deutschland bereits über 50 Prozent Single-Haushalte. Selbst im ganz wunderschönen Emsland lebten viele Menschen nach dem Weggang der Kinder und Tod des Ehepartners allein in „riesigen Häusern“.

Der Sozialpolitiker sprach sich für „generationsübergreifendens Wohnen“ aus. So könnten sich, in Mehrgenerationenhäuser wieder „neue Familien“ bilden.


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