Infos für pflegende Angehörige VHS Meppen gibt Tipps für den Umgang mit Demenzkranken

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Gabriele Breuckmann (VHS-Dozentin), Christina Johnscher (Pflegende Angehörige), Christiane Arndt (Fachbereichsleiterin VHS) im Gespräch zur Seminarreihe Demenz. Foto: privatGabriele Breuckmann (VHS-Dozentin), Christina Johnscher (Pflegende Angehörige), Christiane Arndt (Fachbereichsleiterin VHS) im Gespräch zur Seminarreihe Demenz. Foto: privat

Meppen. „Sie baute geistig und körperlich ab, konnte plötzlich die Kaffeemaschine nicht mehr bedienen oder verwechselte beim Backen Zucker mit Salz“, berichtet Christina Johnscher über ihre Schwiegermutter. Die Diagnose: Demenz.

Ein schleichender Krankheitsverlauf, der zu immer weiteren kognitiven Einschränkungen führt und dessen Beginn oftmals nicht erkannt wird. „Als Angehörige musste ich erst realisieren, dass es sich um eine Krankheit handelt. Dann entschied ich mich für eine Pflege in den eigenen vier Wänden“, erzählte die 55-Jährige. Unterstützt durch ihre drei Töchter und einen ambulanten Pflegedienst sorgte sich Christina Johnscher drei Jahre lang um ihre Schwiegermutter, bis sie schließlich mit 89 Jahren verstarb. „Meine Schwiegermutter hat sich immer mehr zurückgezogen und war in ihrer Persönlichkeit verändert. Es hat mir allerdings sehr geholfen, mich diesem Krankheitsbild zu stellen und mir viele Informationen zu holen“, resümiert die gelernte Krankenschwester.

Christina Johnscher nutzte entlastende Angebote, die sich ihr boten. Eine Auszeit ist überlebensrelevant: Tagesbetreuung, Tagespflege, Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege sind neben der Langzeitpflege gute Möglichkeiten. Gabriele Breuckmann, selbst auch gelernte Krankenschwester und Pflegecoach, weiß jedoch: „Nicht überall läuft es so optimal und unter solch guten Rahmenbedingungen, wie bei Frau Johnscher. Wichtig ist es auch, seine Grenzen zu erkennen. Aus beruflichen oder persönlichen Gründen ist es oftmals gar nicht möglich, sich adäquat um den demenziell Erkrankten zu kümmern.

Der Schritt zum Pflegeheim darf nicht als Abschieben verstanden werden. Vielmehr werden die Lieben in professionelle Hände gegeben“. Als tragende Säulen für pflegende Angehörige, sieht Breuckmann die familiäre Unterstützung, ein Netzwerk von professionellen Hilfen, die notwendige Selbstsorge und Fachwissen zur Krankheit. So informierte sich auch Christina Johnscher über Demenz, besuchte Seminare und konnte so zu Hause auch bei herausforderndem Verhalten richtig reagieren. Fachwissen war für unsere Familie entscheidend“, so Johnscher. Gabriele Breuckmann entwickelte gemeinsam mit der VHS-Fachbereichsleiterin für Gesundheitsbildung, Christiane Arndt, eine ganze Seminarreihe für pflegende Angehörige. „So erhalten alle die Chance, sich diesem Thema zu stellen, denn Wissen erleichtert den Umgang mit den Erkrankten, besonders bei herausforderndem Verhalten“, erklärt die Dozentin. Auch sei der Austausch mit anderen Betroffenen eine große Hilfe. Die Seminare geben auch Einblicke in die verschiedenen Schwerpunkte der Betreuung. Am 25. Oktober geht es bei der VHS Meppen um Biographiearbeit, am 15. November speziell um die Fragestellung, wie viel Demenz verkraftet werden kann. Die Seminarreihe schließt am 17. Januar mit dem Thema „Demenz – die nicht infektiöse Epidemie der Zukunft“ ab. Alle Seminare sind unter Telefonnummer 05931/93730 sowie im Internet unter www.vhs-meppen.de einzeln buchbar. Während aller Veranstaltungen wird eine kostenfreie Betreuung für demenziell erkrankte Angehörige angeboten.


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