Genetischer Zwilling in Kanada Meppenerin rettet Leben mit Stammzellenspende

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Die Urkunde für ihre Stammzellenspende erhielt Ingrid Lampe von DKMS Mitarbeiterin Petra Ennenbach. Das Bild zeigt, von links: Karsten Albers, Ingrid Lampe, Petra Ennenback, Ulrich Poker und Torsten Albrecht. Foto: Gerd MecklenborgDie Urkunde für ihre Stammzellenspende erhielt Ingrid Lampe von DKMS Mitarbeiterin Petra Ennenbach. Das Bild zeigt, von links: Karsten Albers, Ingrid Lampe, Petra Ennenback, Ulrich Poker und Torsten Albrecht. Foto: Gerd Mecklenborg

gm Meppen. Ingrid Lampe aus Meppen hat ihrem „genetischen Zwilling“, einem 56-jährigen Kanadier, mit ihrer Stammzellspende eine Transplantation ermöglicht.

Die Stammzellenspenderin wurde dafür von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) im Rahmen einer Feier in den Ausstellungsräumen ihres Arbeitgebers, der Arnold Lammering GmbH & Co., in Meppen ausgezeichnet.

Die Suche nach dem genetischen Zwilling, dessen Stammzellspende das Leben eines Patienten, der an Blutkrebs erkrankt ist, retten kann, gleicht der Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Die Chancen auf eine hundertprozentige Übereinstimmung stehen eins zu einer Million. Und genau diese Chance zum Überleben hat ein 56-jähriger Blutkrebspatient in Kanada durch die Stammzellenspende aus Meppen erhalten. Denn die DKMS ist ein Teil der weltweiten DKMS-Family, die mit 4,5 Millionen registrierten Stammzellenspendern als weltweit größter Dateienverbund agiert. Vor zwei Jahren nahm Ingrid Peters an einer Typisierungsaktion im Meppener Gymnasium Marianum teil. Danach wurde ihr mitgeteilt, dass sie in die nähere Auswahl der potenziellen Spender gekommen sei. „Und dann bekam ich relativ schnell die Nachricht, dass meine Laborwerte eine hundertprozentige Übereinstimmung zu einem Patienten in Kanada ergeben haben“. Nach nochmaligen Voruntersuchungen bei ihrem Hausarzt ging es dann, in Begleitung ihrer Familie, nach Köln, wo in einer Spezialklinik „während einer fünfstündigen Prozedur“ die Stammzellenspende durchgeführt wurde. „Das war gar nicht so schlimm und ich habe alles ohne Nebenwirkung überstanden“, berichtete Lampe. „Ein echter Glücksfall für den Patienten, denn eine solche Übereinstimmung kommt ganz, ganz selten vor“, sagte Petra Ennenbach von der DKMS, die aus Köln nach Meppen gekommen war, um sich bei der Spenderin zu bedanken und ihr eine Urkunde zu überreichen. Stolz sind Lammering Verkaufsleiter Karsten Albers, Prokurist Ulrich Poker und Betriebsrat Torsten Albrecht „auf eine solch’ mutige und engagierte Kollegin“. Das Engagement von Lampe werde man als „Anstoß für eine weitere Zusammenarbeit mit der DKMS nehmen“, kündigte Ulrich Poker an. „Ich werde dem Patienten einen anonymen Brief schreiben und hoffe, dass ich über die DKMS erfahre, wie es meinem ‚genetischen Zwilling’ im fernen Kanada geht“, sagte Ingrid Lampe.


Mit der Transplantation von Blutstammzellen oder Knochenmark kann ein durch Krankheit oder als Nebenwirkung von Therapien zerstörtes blutbildendes System im menschlichen Körper wiederhergestellt werden. Die Blutstammzellen sorgen ebenso wie gespendetes Knochenmark für eine Erbneuerung des blutbildenden Knochenmarks bei den Empfängern.

Voraussetzung für den Erfolg ist eine möglichst große Übereinstimmung von Gewebemerkmalen von Spender und Empfänger. Nicht immer sind geeignete Spender in den Familien zu finden, deshalb gibt es Datenbanken, in denen weltweit ungefähr 24 Millionen potenzielle Spender registriert sind. Das Verfahren der Blutstammzellenübertragung hat sich wegen einiger Vorteile inzwischen gegenüber der Knochenmarkspende durchgesetzt.

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