Schulkamerad enttäuscht Wann kommt Ecke für Hermann Lause im Meppener Theater?

Von Carola Alge


Meppen. Wolfgang Löning ist sauer. Und enttäuscht. Enttäuscht darüber, dass seine nun fast fünf Jahre dauernden Bemühungen, für seinen einstigen Schulkameraden, den aus Meppen stammenden Schauspieler Hermann Lause, im Theater eine Erinnerungswand zu schaffen, immer noch nicht fruchten. „Das wächst sich zu einer echten Peinlichkeit aus“, klagt er gegenüber unserer Zeitung.

Einmal mehr hat Löning sein Anliegen vor Kurzem in einem Schreiben der Kulturdezernentin beim Landkreis Emsland, Andrea Kaltofen, vorgetragen und darin nach dem Stand der Dinge gefragt. „Es ist wohl vier oder fünf Jahre her, dass wir das Projekt ‚Hermann Lause im Foyer des Theaters‘ gestartet haben. Bei Herrn Terborg habe ich in der Zwischenzeit fünf- oder sechsmal nach dem Stand der Dinge schriftlich gefragt. Ohne Antwort. Nur bei persönlicher Vorsprache erfuhr ich etwas, jedes Mal mit einer neuen Erklärung, warum die Angelegenheit sich hinzöge. Ich hatte Sie vor etwa einem halben Jahr um nochmalige Unterstützung in der Sache gebeten. Auch Sie antworteten nicht“, beschwert sich der Meppener.

Verzögerungen

Die „immer wieder anders begründete Verzögerung dieser Angelegenheit“ empfindet der 77-Jährige inzwischen als Hinhalterei. Ständig sei ihm gegenüber von wechselnden Zuständigkeiten die Rede – mal werde die Stadt, dann wieder der Landkreis Emsland als federführend angeführt.

Verstehen mag Löning das nicht. Immerhin habe er bereits zu der Zeit, als der Weg für einen Hermann-Lause-Weg in Meppen (eingeweiht im Juni 2012) geebnet wurde, um Unterstützung für eine Theaterecke gebeten. Der Landkreis habe begeistert zugestimmt und erklärt, die Gestaltung übernehme ein emsländischer Künstler. Dieses Bild, eine Collage älterer Lause-Fotos, wurde im Entwurf vor zweieinhalb Jahren herumgezeigt. „Aber im Theater hängt es immer noch nicht“, schüttelt Löning den Kopf. Die Erklärungen dafür wechselten ständig. „Mal waren es fehlende Gelder, dann fehlende Fotos, oder es fehlte der Name des urhebenden Fotografen, mal war’s der Asbest im Theater, und was es sonst noch so gibt an Ausreden“, so der einstige Weggefährte des Schauspielers. Inzwischen schäme sich Löning für die „Leichtfertigkeit, mit der meine Stadt oder einige ihrer Vertreter mit unseren großen Persönlichkeiten und einem Stück Meppener Geschichte umgehen“.

Kurzfristige Lösung

Wir haben bei den zuständigen Stellen nachgefragt. „Es ist nach wie vor richtig, dass wir eine spezielle Wand zum Gedenken an Hermann Lause gestalten werden. Durch den Umstand, dass im Theater (Ende 2012) Asbest gefunden wurde, ist allerdings der Zeit- und Kostenplan hierfür durcheinander geraten“, sagte Arnold Terborg vom städtischen Kulturamt. Zusammen mit dem Landkreis Emsland als Eigentümer des Gebäudes arbeite man „an einer kurzfristigen Lösung“.

Wann genau kurzfristig bedeutet, ließ Terborg offen. Dafür teilte er mit, im Übergang vom Foyer der Aula zum Foyer des Gebäudes B (Gastrobreich) solle an der Wand zwischen dem alten Haupteingang und dem Eingang zum Gastrobereich ein Bild des Mimen als von hinten beleuchtete etwa drei mal zwei Meter große LED-Wand installiert werden. Dies sei auch Hermann Lauses Witwe so mitgeteilt worden. Sie sei im Besitz des Entwurfes.

Seitens des Landkreises Emsland hieß es auf Anfrage unserer Zeitung, der Landkreis Emsland, die Stadt Meppen und die Theatergemeinde Meppen wollten in einem Gemeinschaftsprojekt die Erinnerung an Hermann Lause wachhalten. Aus diesem Grund solle im Laufe des Herbstes eine Fotowand im Foyer des Theaters zum Gedenken an den Meppener Schauspieler gestaltet werden. Ob das gelingt, ist nach Auskunft Terborgs unsicher. „Geplant war, das LED-Bild zu Beginn der Theaterspielzeit aufzustellen. Das Problem ist im Moment noch die Finanzierung.“ Er hofft dennoch, „dass wir das in den Herbstferien erledigen können“.

Für Wolfgang Löning sind auch diese Erklärungen unzufriedenstellend. Er möchte endlich die Erinnerung an den Schauspieler mit einer Hermann-Lause-Wand wachgehalten wissen. Viele Meppener wüssten leider nicht mehr, dass die Stadt einen derartig guten und erfolgreichen Schauspieler hervorgebracht habe. Schon zu Schulzeiten, als er einige Zeit neben ihm saß, habe sich Lauses beeindruckende sprachliche und darstellerische Begabung gezeigt.

Schlagfertiger Humor

Ich bewunderte seinen schlagfertigen Humor und gehörte damals gern zu seiner Umgebung. So war ich dabei, als wir bei einem Schulfest mit Hermanns ‚Vier-Zylinder-Band‘ einen karabettistischen Auftritt hatten. Als ich Jahre nach unserer gemeinsamen Schulzeit Hermann Lause im Fernsehen als Eiermann in einer Kinderserie wiedersah, fand ich das richtig, logisch: Da gehört er endlich hin“, sagt Löning mit Nachdruck. Seine Begeisterung habe keine Grenzen gekannt. Damals nicht. Und heute auch nicht. Deshalb will der Meppener weiter für eine Lause-Ecke kämpfen.


Hermann Lause wurde am 7. Februar 1939 im Meppener Stadtteil Esterfeld geboren. Seine Eltern waren der bis zu seiner Pensionierung beim damaligen Katasteramt Meppen tätige und 1978 verstorbene Vermessungstechniker Clemens Lause und dessen Ehefrau Margareta (verstorben 1989 in Nürnberg). Die Familie wohnte in Meppen zunächst an der Esterfelder Stiege und später an der Bokeloher Straße. Sohn Hermann verbrachte die Zeit bis zum Abitur durchgehend in der emsländischen Kreisstadt. Danach zog es ihn in andere Regionen: Er studierte Archäologie, Kunstgeschichte und Philosophie an den Universitäten Mainz, Köln, Heidelberg und München. Zudem nahm er privat Schauspielunterricht in München. Das Engagement endete mit der Bühnenreifeprüfung. Damit war auch seine Zukunft besiegelt: Er entschied sich für die Schauspielerei; das Studium brach er nach zwölf Semestern ab. Die schauspielerische Ader des 2005 verstorbenen Mimen lernten viele Meppener kennen, als er als ’Meppener Mädchenfänger‘ kurz vor seinem eigenen Abitur durch die Straßen der Stadt zog. Sein darstellerisches Talent bewies er auf den Abiturfeiern im Hotel Warren. (cw)