Modernes und Traditionen Tag der Friedhöfe in Meppen lässt keine Frage offen


Meppen. Zwischen Kinderfest und Töpfermarkt hat so mancher Meppener seinen Sonntagsspaziergang über Meppens Friedhöfe getätigt und sich einen umfassenden Überblick über modernes Bestattungswesen und alte Traditionen machen können.

Ob Sommerfeldstraße, Friedwald, Markstiege oder Meppens kleinster, aber ältester Friedhof an der Hüttenstraße – überall standen Vertreter von Kirchen, Bestattungsunternehmen und Floristen bereit, drei Nachmittagsstunden lang die Besucher über die Örtlichkeiten zu führen, die Besonderheiten zu erläutern, die Kapellen zu öffnen und Rede und Antwort zu stehen bei Fragen, die oft nicht so gerne gestellt werden, um die aber niemand herumkommt.

Gut, wenn man sich in aller Ruhe ohne jeglichen Druck akuter Notwendigkeit und persönlicher Trauerbelastung informieren kann. Viele Menschen fürchten, dass ihr Grab später nicht mehr gepflegt wird, möchten aber dennoch nicht anonym bestattet werden. Hier ist eine Urnenbeisetzung auf dem Stelenfeld mit seinen kleinen Namenstafeln auf dem ev.-luth. Friedhof Hüttenstraße eine der zahlreichen Möglichkeiten. Kann man eine Urne auch auf einem „normalen“ Grab beisetzen? Muss man nach Ablauf der Liegefrist die betreffende Grabstätte immer gleich wieder für 20 Jahre neu kaufen? Wie werden zu früh Geborene bestattet? Was geschieht bei größeren Katastrophen oder Epidemien? Was ist eine Tiefbestattung? Welches ist die kostengünstigste Beerdigung? Gibt es ein Kolumbarium? Wo und wie finden Menschen anderer Religionen und nicht konfessionell gebundene Menschen ihre letzte Ruhestätte? Wer zahlt, wenn keiner zahlen kann? Und für die, für die es keinen festen Ort der Trauer gibt oder die nicht zu den Gräbern der Angehörigen gelangen können, bieten symbolische Gräber mit ihrer einfühlsamen Gestaltung einen Ort der Stille und Meditation. Solche, aber auch ganz persönliche Fragen, Ängste und Unsicherheiten, finanzielle, praktische und ethische Fragen – all das fand, durchaus auch im Einzelgespräch, seine Antwort.

Und so ganz nebenbei erfuhr man so einiges über die Geschichte unserer Friedhöfe, entdeckte historische Gräber, hörte Anekdoten, erhielt gärtnerische Anregungen oder kam einfach mit anderen ins Gespräch.

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