Stadtbekannte Gesichter für Maria und Josef Köpfe Meppener Bürger zieren Weihnachtskrippe

Von Carola Alge


Meppen. Der Sommer spielt gerade eine starke Verlängerung. Da fallen Gedanken an den Winter schwer. Der Meppener Stadtmarketingverein WiM hat sie dennoch. Er steckt mitten in den Vorbereitungen für den Weihnachtsmarkt. Der kommt mit einem neuen Angebot daher: einer neuzeitlichen Krippe in einer Hütte. Die Idee dazu stammt von der früheren Ratsfrau Gudrun Weber.

Der Witz an dieser Darstellung ist, dass die Krippe mit Puppen ausgestattet wird, die reale Personen abbilden. So wird zum Beispiel der Josef von Gastronom Paul Schmidt dargestellt. Sein Kopf wurde dazu fotografiert und von einem Ingenieur aus Melle per 3-D-Drucker hergestellt. Das Ergebnis ist sehr nah am Original.

Auch die Hirten sind zum Teil bereits besetzt. Für den Körper der Maria und der Könige dagegen wird noch ein Vorbild gesucht. Wer sein Konterfei gerne auf der Figur sehen möchte, kann sich bis zum 6. Oktober unter E-Mail weber.gudrun@web.de bei Grudrun Weber melden. Das Los entscheidet. Außerdem braucht sie noch Helfer, die kostenlos Garderobe und andere Dekoteile werkeln.

Für Initiatorin Gudrun Weber gehört eine Krippe zu einem Weihnachtsmarkt „unbedingt dazu“, wie sie am Freitag bei Vorstellung des Projekts sagte. Für Meppen wünschte sie sich jedoch „etwas Besonderes, denn es gibt schon unzählige Variationen von Weihnachtskrippen in verschiedenen Größen aus verschiedenen Ländern und aus verschiedenen Epochen unterschiedlichster Künstler.

Auf die Idee mit den Foto-Figuren kam Weber durch eine Reportage in der Meppener Tagespost über den Meller Ralf Paehl. Der Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik erstellt anhand eines Fotos auf dem Computer eine dreidimensionale Figur im Verhältnis 1:3. Selbst komplette Häuser zaubert er aus dem Drucker.

Das findet Weber für die Meppener Krippe ideal. Als „besonderes Alleinstellungsmerkmal“ soll sie als eine Gegenwartskrippe gestaltet werden. Schon damals, bei Jesu Geburt, gab es die verschiedensten Figuren bzw. Menschen an der Krippe. „Die Hirten heute wären vielleicht die Forst- oder Straßenarbeiter. Und die interessierten Leute, die von der Geburt gehört haben, könnte jeder von uns sein. Die Herbergsleute wären heute vielleicht die Mitarbeiter aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe“, so Weber. Man könnt mit viel Fantasie noch viele Personen aufzählen, „die auch heute noch mit Jesus direkt oder indirekt zu tun haben.“

Jesus sei also nicht Geschichte, sondern auch Gegenwart. Deshalb finden Weber und Ansgar Limbeck, Geschäftsführer von WiM , diese Gegenwartskrippe „mit ihren Personen aus der Gegenwart und mit Hightech hergestellt toll.“

Sie suchen nun noch ein paar Bürger, die bereit sind, an diesem Projekt mitzuarbeiten – sei es als darzustellende Personen, als Dekorateure, als Schneiderinnen oder Schneider der Kleidung und nicht zuletzt als Sponsoren, um das Projekt zu verwirklichen.

„Durch das Engagement von Frau Weber und vielen anderen, die sich an der Aktion beteiligen, gewinnt der Weihnachtsmarkt an Attraktivität“, ist Limbeck dankbar. Er ist überzeugt davon, „dass die Gegenwartskrippe zu einem Anlaufpunkt für die Besucher des Weihnachtsmarktes und zu einem echten Hingucker wird“. Für ihn ist die Darstellung zudem ein „wichtiger Beitrag, im vorweihnachtlichen Trubel auf den Kern des Weihnachtsfestes hinzuweisen“.

Paul Schmidt sieht das ähnlich. Sich selbst findet er auf der Darstellung seines Konterfeis „Hammer“ getroffen. Der kleine Paul sei viel hübscher als er in Wirklichkeit, lächelt er und verzieht seine Lippen in der ihm typischen Art, die ebenfalls auf der von Hand bemalten Figur zum Ausdruck kommt. Amüsant findet der Gastronom vor allem die Details der Figur. Ob Muttermal oben im rechten Ohr oder nach außen leicht buschig werdende Augenbrauen – die Detailtreue ist enorm. Sie setzt sich in der Bekleidung der modernen Krippenfigur konsequent fort. Ob das für Schmidt typische Halstuch oder die legere braune Jacke mit markanten großen Knöpfen, an alles haben die Gestalter gedacht. Selbst das Problem, eine passende Hose für Paul alias Josef zu finden, wurde gelöst. „Wir haben einfach eine Babyhose der Größe 58 genommen und geändert“, erzählt Weber.

Sie hofft, dass ihr bei der weiteren Gestaltung der Krippe viele Helfer zur Seite stehen und dass sich Sponsoren finden, die Figuren mit finanzieren. Denn billig sind die nicht.


Der Meppener Weihnachtsmarkt öffnet am 25. November seine Tore. Die Besucher erwartet ein Programm mit Klassikern wie Schlittschuhlaufen auf dem Marktplatz, die Meppener Meisterschaft im Eisstockschießen beim MEP-Cup und der After-Work-Party. Der Weihnachtsmarkt hat täglich von 11 bis mindestens 18 Uhr geöffnet. Die Bewirtungsstände schließen in der Regel um etwa 21 Uhr. Die Stadtbuslinien sind an allen Adventssamstagen und am Sonntag, 29. Dezember, in Betrieb Während der Zeit des Weihnachtsmarktes wird der Wochenmarkt verlegt. Er findet jeden Dienstag und Samstag am historischen Rathaus statt.