Online mit 80 Jahren Ausstellung über das Thema Pflege im Meppener Kreishaus

Von Ina Wemhöner


Meppen. Kann ich meine Angehörigen zu Hause selbst pflegen, und wo bekomme ich Unterstützung? Diese und weitere Fragen liegen vielen Familienmitgliedern auf dem Herzen.Grund genug, um in einer Wanderausstellung diverse Pflegemöglichkeiten aufzuzeigen. Bis Mitte Oktober ist die Ausstellung „DaSein – Ein persönlicher Blick auf die Pflege“ im Kreishaus Meppen zu besichtigen.

In Deutschland sind etwa 2,6 Millionen Menschen pflegebedürftig, und mehr als zwei Drittel davon werden zu Hause versorgt. Zudem gibt es etwa 12300 ambulante Pflegedienste und etwa 12400 Pflegeheime.

„Das Thema Pflege ist ein wichtiger Lebensaspekt, denn in die Situation kommen wir alle eines Tages. Das Pflegeangebot hat sich zunehmend ausgebreitet: Neben der Tagespflege und der ambulanten Pflege gibt es auch die Kurzeitpflege. Angestrebt wird immer, dass die Menschen im Alter so lange wie möglich im eigenen Zuhause wohnen bleiben können“, erzählte Sozialdezernentin Sigrid Kraujuttis bei der Ausstellungseröffnung am Mittwochnachmittag.

Gezeigt werden im Kreishaus Bilder, die die Bandbreite des Pflegealltags zeigen und so einen persönlichen und vielfältigen Einblick in die Pflege geben. Diese Momentaufnahmen sollen die Besucher zum Nachdenken anregen: Sei es der Student, der einer 80-jährigen Altersheim-Bewohnerin bei „Youtube“ alte Songs vorspielt und diese aus ihrer Jugendzeit erzählt, der Besuch von Hunden in einem Wohnheim bei Hamburg oder ein Ausflug von ehrenamtlichen Pflege-Mitarbeitern zum Rhododendronanbau im Ammerland mit einer Gruppe Rollstuhlfahrer.

„Das Engagement vieler Ehrenamtlicher ist bewundernswert und eine wertvolle Hilfe. Viele Gemeinden und Verbände organisieren regelmäßig Treffen und Veranstaltungen, um Generationen zusammenzuführen und den Alltag lebendig und abwechslungsreich zu gestalten“, lobte Kraujuttis.

Da es noch keine Bilder aus Pflegeeinrichtungen aus dem Emsland gibt, regte Sigrid Kraujuttis die Besucher dazu an, die Ausstellung selbst mitzugestalten und Bilder zum Thema Pflege einzureichen. Neben der Bilderausstellung sind auch allerlei Informationen für die Besucher im Kreishaus ausgehängt: So will das Bundesgesundheitsministerium noch im nächsten Jahr deutliche Verbesserungen in der pflegerischen Versorgung umsetzen. Durch das erste Pflegestärkungsgesetz sollen bereits zum 1. Januar 2015 die Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen spürbar ausgeweitet und die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte in stationären Pflegeeinrichtungen erhöht werden. Zudem soll ein Pflegevorsorgefonds eingerichtet werden. Dadurch würden fünf Milliarden Euro mehr pro Jahr für Verbesserungen der Pflegeleistungen zur Verfügung stehen.

Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung konnten die Mitarbeiter von ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen aus dem Kreis Emsland bei der Pflegekonferenz einen Blick auf die Bandbreite der Altenpflegeausbildungen werfen: Rund 950000 Mitarbeiter sind bei Pflegediensten und in Heimen beschäftigt, mehr als 95 Prozent davon sind Frauen. Und von den Beschäftigten haben mehr als die Hälfte eine Ausbildung als Altenpfleger oder Gesundheits- und Krankenpfleger absolviert. Ohne eine Berufsausbildung oder noch in der Ausbildung sind derzeit im ambulanten Bereich rund sieben Prozent des Personals, in den Heimen rund 18 Prozent.

Stefanie Seeling von der Hochschule Osnabrück referierte in der Konferenz über das Studium und das Aufgabenfeld des Bachelor of Science in der Pflege, und Katja Gehrke vom Bundesamt für Familie und für zivilgesellschaftliche Aufgaben berichtete über Ziele, Aufgaben und Unterstützungsangebote. Sie möchte den Ausbildungsberuf attraktiver auch für jüngere Menschen machen, denn rund 46 Prozent der Beschäftigten in der Altenpflege seien zwischen 35 und 50 Jahre alt.

Michael Jacob von der Agentur für Arbeit Nordhorn erläuterte die Fördermöglichkeiten, die von der Agentur angeboten werden, und zeigte die attraktiven Seiten dieser Ausbildung.