Ein reiches Erbe bewusst machen Ausstellung zeigt jüdisches Leben im Emsland

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Meppen. Erinnerung wach zu halten, und damit den Erfahrungsschatz der Menschen zu mehren nannte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Osnabrück, Michael Grünberg, als ein wichtiges Anliegen seiner Religion bei der Eröffnung der Fotoausstellung „Auf den Spuren jüdischen Lebens im Emsland“ die mit der Vorstellung der gleichnamigen Broschüre verbunden war.

„Wir gehen wahrlich auf den Spuren jüdischen Lebens im Emsland, weil es kaum noch jüdisches Leben im Emsland gibt“, sagte Grünberg. Der Wert der Broschüre und der Ausstellung liege darin, dass sie über die Erinnerung hinaus Kontaktpunkte zur heutigen jüdischen Gemeinde aufzeigt, die Stadt und Landkreis Osnabrück, die Kreise Emsland und Grafschaft Bentheim umfasst. Er forderte die Schulen auf, dieses Informationsangebot zu nutzen. Er dankte den Zeitzeugen Wilhelm Polak und Erna de Vries, die im voll besetzten Ratssaal der Stadt Meppen anwesend waren, für ihre Bereitschaft über das Erlebte zu sprechen.

Meppens Bürgermeister Jan Erik Bohling betonte die Notwendigkeit der Beschäftigung mit der Zeit des Nationalsozialismus. Der Meppenr Rat werde sich aus diesem Grund in seiner nächsten Sitzung mit der Lebensgeschichte des früheren Bürgermeisters und Ehrenbürgers Wilhelm Sagemüller befassen.

Josef Brüggemann, stellvertretender Präsident der Emsländischen Landschaft, würdigte die Arbeit der vielen Menschen, die seit dem Ende der 1970er Jahre die Geschichte der jüdischen Gemeinden im Emsland erforscht haben. Diese Arbeiten sind die Basis für die neue Broschüre, die dank der Projektförderung durch Regialog, die Bundesagentur für Arbeit, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Wisniewski-Stiftung und die VGH-Versicherungen unter der Leitung von Annette Sievers in Zusammenarbeit mit dem Emsländischen Heimatbund erstellt werden konnte. Ziel sei es, ein reiches kulturelles Erbe, dass die Juden dem Emsland gegeben haben, bewusst zu machen.

Autorin Annette Sievers stellte die Broschüre vor und leitete zur Ausstellung der Arbeiten der Fotogruppe „Objektiv“ des Kunstkreises Meppen über, die im Rahmen des Projekts entstanden sind. Werner Schlangen, Heinrich Jansen, Norbert Lührmann, Carsten Borchardt und Wilhelm Sanders zeigen ihre Fotos im Stadthaus Meppen. Der Sprecher der Gruppe, Wilhelm Sanders stellte die Ergebnisse zweimonatige Arbeit vor. Er dankte Sievers für Vorbereitung der Besuche an den Stätten jüdischen Lebens im Emsland.


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