Buddhistisches Zentrum Fernöstliche Praktiken im Emsland erfahren

Durch Meditation soll sich der Geist sammeln; sie gehört zu den Praktiken des Buddhismus. Andreas Hoveling führt die typische Meditationshaltung im buddhistischen Zentrum Meppen vor. Foto: Kim KarotkiDurch Meditation soll sich der Geist sammeln; sie gehört zu den Praktiken des Buddhismus. Andreas Hoveling führt die typische Meditationshaltung im buddhistischen Zentrum Meppen vor. Foto: Kim Karotki

Meppen. Sie meditieren. Obwohl es eine Religion ist, verehren sie keinen Gott. Was bedeutet es eigentlich als Europäer, Buddhist zu sein? Das können Interessierte am Sonntag, 21. September, beim Tag der offenen Tür im buddhistischen Zentrum Meppen von 10 bis 19 Uhr erfahren.

Der Dalai Lama bezeichnet den Buddhismus als eine Wissenschaft des Geistes. Der 17. Karmapa (Titel des höchsten Lamas der Karma-Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus) nennt ihn eine Methode und Andreas Hoveling, Sprecher des buddhistischen Zentrums Meppen, ergänzt: „Eine Methode, um alle in uns liegenden Qualitäten zur Entfaltung zu bringen – am Ende der Entwicklung steht der reife Mensch“.

Der Tag der offenen Tür ist eine bundesweite Aktion, an der rund 100 buddhistische Meditations- und Studienzentren der Karma-Kagyü-Linie teilnehmen. Die Karma-Kagyü-Tradition des tibetischen Buddhismus wurde im 11. Jahrhundert gegründet und stellt in Deutschland die populärste buddhistische Schule dar.

Das buddhistische Zentrum in Meppen wurde 2000 von Lama Ole Nydahl, einem der bekanntesten westlichen buddhistischen Lehrer, gegründet. Am Sonntag öffnet das Zentrum seine Türen, um Interessierten einen Einblick in die Praktiken der Buddhisten zu geben. „In 20 Minuten können die Leute einen Geschmack davon bekommen, was Buddhismus ist“, sagt Hoveling. In einem Kurzvortrag sollen die gröbsten Halbwahrheiten beseitigt werden, und eine kleine Meditation gibt eine Vorstellung von der buddhistischen Praktik. Bei Kaffee und Kuchen gibt es zudem die Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen, oder man stöbert und schmökert in den Büchern zum Buddhismus.

Das buddhistische Zentrum bietet montags und donnerstags um 20 Uhr offene Treffen an. Hier gibt es Gelegenheit zur gemeinsamen Meditation und zum Austausch. Für Einsteiger sei besonders der Termin am Montag geeignet, da dieser mit einer Kurzeinführung beginnt. Darüber hinaus können individuelle Termine vereinbart werden. Auch Schulklassen können sich anmelden, die sich über den Buddhismus informieren möchten.

Eine Weltreligion

„Die Leute wissen über den Buddhismus sehr wenig, obwohl er zu den vier Weltreligionen gehört“, räumt Hoveling ein. Beim Tag der offenen Tür kann man sich mit dem Buddhismus auseinandersetzen. „Der Diamantweg-Buddhismus ist sehr abstrakt – dazu kann nicht jeder einen Zugang finden.“ Es werde jedoch von niemandem erwartet, Buddhist zu werden. „Der Buddhismus hat nie missioniert“, weiß der Sprecher des Zentrums zu berichten. „Wir verstehen uns eher als Angebot für Menschen, die Anregungen suchen.“