Fachkräftemangel größte Hürde Lehrer in Meppen wollen mehr Hilfe bei Inklusion

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Die Bausteine der Inklusion zusammenzufügen, ist ein langwieriges Vorhaben, das die Beteiligten vor viele Herausforderungen stellt. Foto: Tim GallandiDie Bausteine der Inklusion zusammenzufügen, ist ein langwieriges Vorhaben, das die Beteiligten vor viele Herausforderungen stellt. Foto: Tim Gallandi

Meppen. Seit einem Jahr werden in Meppen Schüler mit und ohne Unterstützungsbedarf gemeinsam unterrichtet. Mit der bisherigen Umsetzung der Inklusion zeigen sich die Beteiligten weitgehend zufrieden, jedoch äußerten besonders die Lehrer den Wunsch nach mehr Unterstützung bei dieser Aufgabe.

Vertreter von Stadt, Schulbehörde und Schulen haben nun bei einer Versammlung der CDU-Frauenunion Meppen Zwischenbilanz gezogen. Wie der Städtische Direktor Matthias Wahmes erläuterte, werden an den Grundschulen in der Kreisstadt zurzeit 22 Kinder mit Förderbedarf beschult. Bei den Oberschulen – Anne-Frank-Schule und Kardinal-von-Galen-Schule – sind es zwölf Schüler. Hinzu kommen noch die Schüler der Pestalozzischule.

Für Meppen sei Inklusion nichts Neues, da es bereits zuvor das regionale Integrationskonzept gab, erklärte Sandra Mandolla. Die Fachberaterin für Integration und sonderpädagogische Förderung wies darauf hin, dass es problematisch sei, ausreichend Lehrer für diese Aufgabe bereitzustellen. Zurzeit werde jede Schulklasse an zwei Wochenstunden von einem Sonderpädagogen aufgesucht – unabhängig davon, wie viele Schüler mit Förderbedarf die Klasse besuchen.

Die Standpunkte der Lehrer zur Inklusion schilderte Frank Döbber: Die Zusammenarbeit mit den beteiligten Institutionen funktioniere zwar gut, sagte der Konrektor der Kardinal-von-Galen-Schule, und räumlich wie organisatorisch sei man ebenfalls auf einem guten Stand. Döbber stellte jedoch auch fest: „Wir sind noch in den Kinderschuhen.“

Viele seiner Kollegen hätten keine Erfahrung in der Förderung unterstützungsbedürftiger Schüler. Sie bezweifelten daher, diese Schüler so unterstützen zu können, wie es ein Förderschullehrer vermag: „Das ist die größte Hürde“, hob der Konrektor hervor. Es sei eine Herausforderung, die Inklusion so umzusetzen, dass weder die Schüler mit Förderbedarf eine Sonderrolle spielen noch die übrigen Schüler zu kurz kommen. Wenngleich es eine Bereitschaft zur Weiterbildung auf diesem Gebiet gebe, sei an den Schulen mehr pädagogische Unterstützung nötig. Mithin bedürfe es mehr Stunden von Sonderpädagogen.

Der Personalmangel im Förderbereich sei ein Problem, bestätigte Frank Andreas, Fachberater der Landesschulbehörde. Qualifizierungen zum Erwerb des Förderschullehramts seien ein Mittel, um Abhilfe zu schaffen. Gleichwohl stoße die Behörde hier an Grenzen: „Das ist ein Dilemma, das sich im Moment nicht lösen lässt.“


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