Die Spuren jüdischen Lebens Emsländische Landschaft stellt Broschüre vor

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Die Broschüre „Auf den Spuren jüdischen Lebens im Emsland“ stellten Projektleiterin Annette Sievers und Hermann Bröring, Präsident der Emsländischen Landschaft, vor. Foto: Manfred FickersDie Broschüre „Auf den Spuren jüdischen Lebens im Emsland“ stellten Projektleiterin Annette Sievers und Hermann Bröring, Präsident der Emsländischen Landschaft, vor. Foto: Manfred Fickers

Meppen. Mit der neuen Broschüre „Auf den Spuren jüdischen Lebens im Emsland„ und einer Fotoausstellung im Stadthaus in Meppen will die Emsländische Landschaft eine Bevölkerungsgruppe würdigen, die viel zur Entwicklung der Region beigetragen hat, sagt der Präsident der Landschaft, Hermann Bröring.

Seit den 1970er-Jahren gibt es im Emsland Initiativen, die an die untergegangenen jüdischen Gemeinden erinnern. „Die Emsländische Landschaft möchte einen Überblick von deren Arbeitsergebnissen und den Gedenkstätten in leicht zugänglicher Form geben“, erklärte Bröring, deshalb habe man dieses Projekt gestartet.

Die Leitung übernahm Annette Sievers. Erstaunt war sie bei ihrer Bestandsaufnahme über die Fülle der Literatur zu den Juden im Emsland , die in jahrzehntelanger Forschungsarbeit entstanden ist. Als Beispiel legte sie einen Stapel Bücher und Broschüren beim Pressegespräch auf den Tisch. Daher hat sie den Literaturteil der Broschüre auf wichtige Werke beschränkt. Die Vereine und Initiativen sind aufgeführt, die die Jüdische Gemeinde Osnabrück bei der Traditionspflege unterstützen.

In der Broschüre sind die Gedenkorte im Landkreis Emsland vorgestellt. Bei der Arbeit am Überblick der Forschungsarbeiten fiel Sievers auf, dass es vor 1933 im Emsland gut in das öffentliche Leben integrierte jüdische Gemeinden gab. Sögel hatte den zweithöchsten Anteil von Juden, bezogen auf die Einwohnerschaft im Deutschen Reich, nach Frankfurt am Main. Die zunehmende Drangsalierung der emsländischen Juden nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten, die Pogromnacht vom 9. zum 10. November 1938 und der Kampf ums Überleben in den Konzentrationslagern werden in Zeitzeugenberichten erzählt.

Landschaftspräsident Bröring sagte, die Schrift sei eine Anregung zur Beschäftigung mit jüdischer Kultur. Einerseits biete der Inhalt einen guten Einstieg in das Thema, andererseits sei das kompakte Format geeignet, sich damit auf Informationsreise zu begeben.

Für die Bebilderung der Texte von Sievers und Britta Krause, die von Matthias Grottendieck grafisch gestaltet wurden, fotografierte die Gruppe „Objektiv“ des Meppener Kunstkreises Motive, die auf die Spuren jüdischen Lebens im Emsland verweisen. Diese und weitere Bilder sind in einer Ausstellung der Fotogruppe im Meppener Stadthaus vom 17. September bis zum 13. November zu den Öffnungszeiten der Verwaltung zu sehen: montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 17.30 Uhr und freitags von 8 bis 12.30 Uhr.

Die Broschüre ist ab dem 17. September in der Bibliothek des Emsländischen Heimatbundes (Tel. 05931/ 496420) und bei Informationsbüros von Städten und Gemeinden kostenlos erhältlich.


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