Ansgar Schepers mit Ferris Training vor der großen Hundesport-Prüfung in Meppen

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Meppen. Für Ansgar Schepers ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen: Seit mehr als 30 Jahren ist der Mann aus Twist leidenschaftlicher Hundesportler. In diesem Jahr hat sich der 49-Jährige mit Hund Ferris zum ersten Mal in seinem Leben für die Bundessiegerprüfung des Vereins für Deutsche Schäferhunde qualifiziert. Und ausgerechnet dieses Mal findet der Wettbewerb in seinem Heimatkreis statt.

Regungslos liegt Schäferhund Ferris im Gras auf dem Hundeübungsplatz. Aufmerksam spitzt er die Ohren, achtet auf jede Regung seines Hundeführers Ansgar Schepers. Der gibt schließlich das Kommando. Der Rüde schießt durch das Gras, bis er sein Herrchen erreicht. Ein zweites Kommando beendet die Übung. Ferris vom Black Power, so sein voller Name, steht in Bruchteilen von Sekunden wieder still und achtet auf das nächste Kommando.

Schepers und sein drei Jahre alter Schäferhund sind ein eingespieltes Team. Gemeinsam haben sie sich durch einen Sieg bei der Landesgruppenausscheidung in Vechta qualifiziert. Die beiden sind die einzigen Vertreter aus dem Emsland, die an der Bundessiegerprüfung vom 19. bis 21. September in Meppen teilnehmen werden.

Die Veranstalter rechnen damit, dass an dem Wochenende rund 25000 Besucher in die Hänsch-Arena kommen werden. „Dass es in dem Jahr geklappt hat, in dem der Wettbewerb in Meppen stattfindet, ist für mich natürlich besonders schön“, sagt der 49-Jährige.

Beinahe sein ganzes Leben ist Ansgar Schepers Hundesportler. Als 16-Jähriger hat er seinen ersten Vierbeiner und Partner geschenkt bekommen. „Ein Bekannter hat mich dann mit zum Hundesport genommen.“ Seitdem ist das Training ein fester Bestandteil seines Lebens. Schäferhund Ferris ist für den Vater zweier Kinder aber mehr als ein Trainingspartner. Das Tier ist Mitglied der Familie. Ehefrau Anja und die beiden Kinder spielen zu Hause mit dem Rüden oder gehen mit ihm spazieren.

Auf dem Übungsplatz wandelt sich das Familientier zum Sporthund. Er reagiert auf jedes Kommando, gehorcht aufs Wort. Nicht mit jedem Hund wäre es möglich, den Hundsport auf solch hohem Niveau zu betreiben. „Das ist wie bei den Fußballern. Bei manchen reicht das Talent nur für die Kreisliga, andere spielen in der Bundesliga“, sagt Schepers.

Dass es das Duo aus Twist im Hundesport fast bis nach ganz oben geschafft hat, liegt aber nicht nur am Talent des Hundes. Dafür war und ist viel Training notwendig. Normalerweise stehen Schepers und Ferris dreimal in der Woche auf dem Übungsplatz nahe Adorf. Kurz vor dem Wettbewerb sind sie fünfmal in der Woche dort. Wenige Tage vor den Prüfungen ist das Herrchen schon ein wenig aufgeregt – und der Hund vermutlich auch. „Das überträgt sich manchmal über die Kommandos“, sagt Schepers.

Harte Konkurrenz

Geprüft wird an dem großen Tag in drei Kategorien: Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst . Bei der Fährtenarbeit muss sich der Schäferhund bei der Meisterschaft auf einer 600 Schritt langen und mindestens 60 Minuten alten Fremdfährte beweisen und drei Gegenstände aufspüren. Bei der Unterordnung wird „Sitz“, „Platz“ und „Steh“ gefordert, außerdem müssen beim Apportieren eine ein Meter hohe Hürde und eine Schrägwand überwunden werden. Beim Schutzdienst muss der Schäferhund einen Helfer stellen, verbellen oder in eine Schutzvorrichtung beißen und bei Kommando sofort davon ablassen.

In diesen drei Kategorien werden Ansgar Schepers und Ferris bis zum Wettbewerb weiter trainieren. Dass es für einen Platz ganz oben auf dem Siegertreppchen reicht, bezweifelt der 49-Jährige jedoch. Die Konkurrenz wird an diesem Tag enorm sein. „Es sind Teilnehmer dabei, die den Hundesport professionell betreiben.“ Ein Sieg sei in diesem starken Teilnehmerfeld kaum erreichbar.

Die Punktrichter werden zudem ganz genau hinschauen. Schon wenn Ferris nicht vollkommen gerade auf dem Rasen sitzt, kann es einen Punktabzug geben. „Es ist mir wichtig, dass wir unsere Landesgruppe gut vertreten und der Hund zeigt, was er kann.“ Und das, das wird schon beim Zuschauen bei den Trainingseinheiten klar, ist eine ganze Menge.

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Die Prüfungen in den drei Kategorien Fährtenarbeit, Unterordnung und Schutzdienst sowie der Agility-Teil des Wettbewerbs finden von Freitag, 19. September, bis Sonntag, 21. September, im Stadion an der Lathener Straße in Meppen statt. Beginn der Veranstaltungen ist an jedem Tag um 7 Uhr. Eine Tageskarte kostet 8 Euro, für zwei Tage zahlen Besucher 12 Euro. Drei Tage kosten 18 Euro. Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren und Schwerbehinderte mit Ausweis zahlen die Hälfte der genannten Eintrittspreise.

Der Vorsitzende der Landesgruppe Waterkant, Heinz Gerdes, weist darauf hin, dass es während der Wettbewerbstage zu Beeinträchtigung im Umfeld des Stadions kommen kann. „Meppen ist während dieser Zeit unter den Schäferhundefreunden der Nabel der Welt.“

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