„Das schafft niemand alleine“ Skulptur in Meppen wiederholt von Vandalen zerstört


Meppen. Johannes Cordes ist sauer. Bereits zum fünften Mal ist die von ihm vor seinem Atelier an der Haselünner Straße 5 errichtete Skulptur, der er den Namen Zwille gab, von Unbekannten demoliert worden. Diesmal sind die Beschädigungen so groß, dass die Skulptur nur unter größtem Aufwand wiederhergestellt werden kann. Den Schaden beziffert Cordes auf rund 4500 Euro.

Ereignet hat sich die jüngste Sachbeschädigung bereits in der Nacht vom 23. auf den 24. August, also von Samstag auf Sonntag. „Ich wollte damit zunächst nicht an die Presse gehen“, sagt Cordes. Aber nachdem die Ermittlungen der Polizei und eigene Nachfragen in der Nachbarschaft zu keinem Ergebnis geführt hätten, wollte sich der Künstler doch an die Öffentlichkeit wenden. „Vielleicht hat ja doch jemand etwas in der fraglichen Nacht rund um mein Atelier bemerkt“, sagt Cordes, „dann sollte er sich an die Polizei wenden.“ Noch mehr wünscht er sich aber, dass er die Täter über den Zeitungsartikel direkt erreicht. „Vielleicht machen sie sich dann darüber Gedanken, was sie angerichtet haben“, wünscht sich Cordes.

Die Sachbeschädigungen an der Skulptur Zwille sind laut Cordes von Mal zu Mal größer ausgefallen. So sei beim dritten Mal das Eisengeflecht, das eine Art Korb darstellt, derart auseinandergezogen worden, dass der darin enthaltene Stein entnommen werden konnte. „Den Stein fand ich dann einige Grundstücke weiter wieder“, erinnert sich der Künstler. Beim vierten Übergriff seien dann die Eisendrähte bereits mit einer Drahtschere durchtrennt worden. „Und jetzt beim fünften Mal ist die Verankerung der Skulptur komplett aus dem Pflaster herausgerissen“, zeigt Cordes und erklärt, dass es sich um mehrere Täter handeln muss. „Das schafft niemand alleine, denn so viel Kraft kann ein einzelner Mensch nicht aufbringen.“ Spuren von möglichen Hilfsmaschinen hätten weder er noch die Polizei entdeckt.

Doch wurde nicht nur die Pflasterung beschädigt, sondern auch das Eisengestell, welches der Verankerung der Skulptur dient, wurde vollständig nach oben gerissen und verbogen. „Ich werde das Kunstwerk demontieren und nicht mehr aufstellen“, sagt Cordes. Zur kompletten Demontage sei mindestens ein Fahrzeug mit einem Gewindezug erforderlich, nennt er den Aufwand. Traurig ist der Künstler auch deshalb, weil er weitere Objekte rund um sein Atelier aufstellen wollte. „Das werde ich jetzt natürlich nicht mehr tun“, sagt er und fragt: „Warum kann man fremdes Eigentum nicht in Ruhe lassen?“

Die etwa zwei Meter große Skulptur war von Cordes auf privatem Grund errichtet worden. „Das Grundstück gehört meiner Vermieterin, und ich habe die Zwille mit ihrem Einverständnis dort aufgestellt“, sagt er. Der Künstler wohnt nicht an der Haselünner Straße 5, sondern hat dort lediglich seine angemieteten Atelierräume. „Es ist schade, dass es Menschen gibt, die privates Engagement einfach zunichte machen“, bedauert Cordes.