Häftlinge lernen für den Beruf Justizministerin besucht die Vollzugsanstalt Meppen

Die Pläne für den Umbau des Bereichs für Sozialtherapie ließen sich der kommissarische Leiter der JVA Meppen, Per Zeller und Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz zeigen. Foto: Manfred FickersDie Pläne für den Umbau des Bereichs für Sozialtherapie ließen sich der kommissarische Leiter der JVA Meppen, Per Zeller und Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz zeigen. Foto: Manfred Fickers

Meppen. Die Häftlingszahlen sinken und dennoch brauchen sich die Justizbediensteten in der Vollzugsanstalt Meppen keine Sorge um ihre berufliche Zukunft machen. Es wird sogar investiert. Über die Pläne zur Erweiterung des Bereichs für Sozialtherapie und die Bildungsangebote hat sich die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) bei einem Besuch informiert.

Bislang ist die sozialtherapeutische Abteilung mit 20 Plätzen recht beengt untergebracht, der Verwaltungsbereich befindet sich in einem Container. Geplant ist ein Umzug in ein anderes Gebäude, dass an die Bedürfnisse der Häftlinge und der JVA-Mitarbeiter angepasst werden soll. Damit verbunden ist eine Vergrößerung auf 30 Therapieplätze. Die Ministerin war nach ihrem Rundgang überzeugt, dass der Umbau notwendig und längst überfällig ist, zumal die zurückgehenden Häftlingszahlen eine Verbesserung der Haftbedingungen und der Arbeitsbedingungen der Justizbeschäftigten erleichtern.

Mit Bildungsangeboten sollen Häftlinge fit für den Arbeitsmarkt gemacht werden. Es besteht die Möglichkeit, den Haupt- und Realschulabschluss zu erwerben, eine Ausbildung zu machen und sich beruflich fortzubilden, erklärte Pädagoge Jürgen Dickmännken. Neu ist die Ausbildung zum Helfer im Garten und Landschaftsbau.

Die Ministerin bewunderte das handwerkliche Geschick, dass sich an den ihr gezeigten Arbeiten ablesen ließ. Der kommissarische Anstaltsleiter Per Zeller sagte, dass die Gefangenen berufliche Herausforderungen gern annehmen, andererseits sei der Umgang mit ihnen eine anspruchsvolle Arbeit für die Ausbilder. In Verbindung mit der Volkshochschule Meppen können Gefangene in Lehrgängen berufsbezogene Computerkenntnisse erwerben. Niewisch-Lennartz lobte die stetige Anpassung des Angebots an den Bedarf des Arbeitsmarktes, daran zeige sich, die Mitarbeiter seien „sehr engagierte Leute“.

Beim Pressegespräch am Endes des Besuchs kam das Thema Sicherheit zur Sprache, weil in diesem Jahr ein Straftäter in Lingen bei einem Freigang eine 13-Jährige sexuell missbraucht haben soll. Die Ministerin sagte, dass jetzt unter anderem die Therapieverläufe bei solchen Tätern strenger geprüft werden, bevor es Freigang gibt. Dennoch: „Absolute Sicherheit kann auch die beste Anstalt nicht bieten.“


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