Berühmte Menschen des Emslandes Architekt Fritz Höger hinterlässt Spuren in Meppen

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Fritz Höger errichtete als Architekt in Meppen ein Verwaltungsgebäude und eine Wohnsiedlung. Foto: Landkreis EmslandFritz Höger errichtete als Architekt in Meppen ein Verwaltungsgebäude und eine Wohnsiedlung. Foto: Landkreis Emsland

Meppen. Fritz Höger war einer der bekanntesten deutschen Architekten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Vor allem sein Chile-Haus in Hamburg machte ihn weltberühmt. Überregional weniger bekannt sind seine Bauprojekte im Emsland, vor allem das alte Kreishaus und die Höger-Siedlung in Meppen.

Geboren 1877 in Elmshorn, ging Höger als 14-Jähriger bei einem Zimmerer in die Lehre und lernte zusätzlich das Schmiede- und Tischlerhandwerk kennen. Es folgte ein zweijähriger Besuch der Baugewerbeschule in Hamburg. Nach Ablegung der Meisterprüfung 1899 leistete er zwei Jahre Militärdienst.

Das Architektengewerbe lernte er ab 1901 im Architekturbüro Lundt & Kallmorgen in Hamburg als technischer Zeichner kennen. Dieses Architekturbüro war sehr anerkannt, entwarf aber noch nach Musterbüchern in allen Stilen. Diese Arbeitsweise lehnte Höger schon früh ab, ebenso später den sogenannten klassizistischen Marmorstil der Nazizeit.

Daher gründete er schon 1907 ein eigenes Architekturbüro. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs plante und baute er vor allem Privathäuser in Hamburg und Umgebung. Bald entstanden auch seine ersten größeren Geschäftshäuser in der Hansestadt.

Ab 1914 diente Höger im Ersten Weltkrieg in Flandern und musste daher seine berufliche Tätigkeit zunächst zurückstellen. Um so schwerer war es in der angespannten Nachkriegszeit, an die Aufträge der Vorkriegszeit anzuknüpfen. Doch durch den Bau des Chilehauses für den Hamburger Reeder Sloman erreichte Höger 1924 den beruflichen Durchbruch. Das Chilehaus, mit 4,8 Millionen Ziegelsteinen in Form eines Schiffes errichtet, gilt als Zeichen des Aufschwungs nach dem Ersten Weltkrieg und wurde neben dem Michel zu einem der Aushängeschilder der Hansestadt.

In Meppen hat Fritz Höger mit der nach ihm benannten Siedlung an der Bürgermeister-Frye-Straße und dem ehemaligen Kreishaus und heutigen Polizeigebäude in der Bahnhofstraße gleich zwei Baudenkmäler geschaffen. Höger hatte etwa im Jahr 1935 von der Gemeinnützigen Kriegsgräbergesellschaft aus Berlin den Auftrag erhalten, eine Einfamilienhaussiedlung in Meppen-Esterfeld zu errichten. Sie sollte Kriegsopfern des Ersten Weltkriegs dienen und die Möglichkeit bieten, Kleinvieh zu halten. Deshalb enthielten die Häuser zunächst sogar einen Kleinviehstall.

Das Gebäude in der Bahnhofstraße ist von 1936 bis 1937 von Höger geplant und errichtet worden. Ursprünglich waren Sparkasse und Kreisverwaltung gemeinsam dort untergebracht, später dann auch das Landratsamt des Altkreises Meppen. 1982 kaufte die Stadt Meppen das Haus vom neuen Landkreis Emsland , seit 1985 betreibt die Polizei hier als Mieterin des Gebäudes ihre Dienststelle.


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