Von Schafen und Wölfen Erfolg für Emsländer bei Eliteauktion


Uelsen/Haren. Die 20. Eliteauktion für Bentheimer Landschafe in Uelsen war aus Sicht von Verband und Züchtern ein Erfolg. Aus aktuellem Anlass war die Rückkehr des Wolfes ein wichtiges Thema.

In Uelsen treffen sich traditionell die Züchter des Bentheimer Landschafes aus ganz Deutschland, um entweder eigene Tiere bewerten und versteigern zu lassen oder um einen neuen Bock für die eigene Herde zu kaufen. Den besten Bock hatte in diesem Jahr Gerfried de Lange aus Isterberg in der Grafschaft. Der Jährling erzielte mit 1200 Euro auch den Tageshöchstpreis. Aus dem Emsland war wieder einmal Georg Steenken aus Werpeloh ganz vorne dabei. Sein Lammbock wurde bestes Tier seiner Klasse.

Die Käufer kamen aus dem ganzen Bundesgebiet. Andreas Hauswald und Jürgen Körner aus Brandenburg zum Beispiel kauften für ihre Herden mit jeweils rund 1000 Bentheimern gleich mehrere Böcke. Erstmals dabei war Matthias Bauch aus Hessen. Er stellt seine 120 Köpfe umfassende Merino-Herde gerade auf Bentheimer um.

Die Auktion verlief erfolgreich: Alle 37 Bentheimer Böcke wurden verkauft, der Durchschnittspreis für die Jährlinge lag mit 558 Euro um 145 Euro über dem des Vorjahres. Die Lammböcke kosteten im Schnitt 647 Euro. Auch konnten acht Zuchttiere der Rassen Weiß- und Schwarzkopf versteigert werden.

Gute Preise

Ein wichtiges Thema war die Rückkehr des Wolfes in die Region. Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, berichtete am Rande der Auktion in einem Referat zunächst Grundlegendes. So schreite die Rückkehr des Wolfes nicht nur in Ostdeutschland, sondern auch in Niedersachsen zügig voran. 2013 seien allein hier 17 Welpen geboren worden, 2014 gebe es aktuell mindestens vier Rudel, wobei ein Rudel im Schnitt aus acht Tieren bestehe, nämlich den Eltern, einigen Jährlingen und den Welpen.

94 Prozent der Wolfsbeute bestehen aus Schalenwild wie Rehen, Schafe und Ziegen machten einer Untersuchung in Ostdeutschland zufolge nur 0,6 Prozent der Beutemenge aus. Habbe betonte, mit einem ausreichenden Schutz, etwa einem 90 Zentimeter hohen, gut aufgestellten und mit mindestens 5000 Volt ausgestatteten Elektronetz seien die Herden recht sicher zu schützen. Ein Herdenschutzhund sei eine weitere Möglichkeit, in kleinen Schafherden aber kaum zu realisieren.

Das bestätigte der ostdeutsche Schäfer Andreas Hauswald. Er hält seine Schafe im Wolfsgebiet und hat dank seiner Herdenschutzhunde seit Jahren keine Probleme. „Aber die Kosten sind immens“, klagt er. 1000 Euro pro Jahr koste ein Schutzhund, pro Herde benötige man zwei, egal wie viele Schafe man besitze. „Wenn die Gesellschaft den Wolf will, muss sie das auch bezahlen“, fordert er mehr Unterstützung.

Der Vorsitzende des Landesschafzuchtverbandes Weser-Ems, Heiko Schmidt, befürchtet gar, dass wegen wegfallender Rentabilität und der zusätzlichen Belastung 60 bis 70 Prozent der Schafhalter in der Region aufgeben müssten. „Dann steht kaum noch ein Nutztier auf der Weide“, sagte er. Vor allem Deiche seien kaum zu schützen.

Britte Habbe erläuterte, Deutschland werde nie wieder wolfsfrei sein, auch wenn es vielleicht irgendwann eine Regulierung der dann gesicherten Bestände geben könnte. Den Schäfern riet sie, sich rechtzeitig mit dem Thema zu befassen.

Derzeit gebe es aktuelle Wolfsnachweise von den militärischen Einrichtungen Nordhorn-Range und WTD 91 bei Haren. Aus beiden Gebieten lägen Kotproben vor, die noch untersucht werden müssten und mehr Klarheit über die beiden Tiere geben könnten, die beide in Fotofallen abgelichtet worden waren.


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