Straßennamen in Meppen Hermann Lause war ein Mann für die großen Theaterrollen

Von Franz-Josef Böckermann

Meine Nachrichten

Um das Thema Meppen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Meppen. Zur „Erinnerung an einen großen Sohn der Stadt“, wie es in der Meppener Tagespost hieß, ist der „Hermann-Lause-Weg“ im Frühjahr 2011 eröffnet worden. Dieser Weg verbindet den Stadtwall in der Nähe des Krankenhauses mit dem Theatervorplatz.

Hermann Lause wurde am 7. Februar 1939 in Meppen geboren und machte 1960 am dortigen Gymnasium sein Abitur. Er studierte bis 1965 Archäologie, Philosophie und Kunstgeschichte an verschiedenen deutschen Universitäten. Aber von 1963 bis 1965 nahm Lause gleichzeitig in München Schauspielunterricht. Schon im Dezember 1965 debütierte er am Berliner Schillertheater.

Feste Engagements führten ihn an die Bühnen der Stadt Essen, ans Theater Oberhausen, ans Schauspielhaus Bochum und schließlich von 1977 bis 1979 und wieder von 1982 bis 1990 an das Deutsche Schauspielhaus Hamburg. Von 1993 bis 1995 arbeitete „der Mime mit der markanten norddeutschen Stimme“, wie es in einem Nachruf der FAZ hieß, am Berliner Ensemble, zwischendurch an den Städtischen Bühnen in Köln, an der Volksbühne in Berlin und in Düsseldorf.

„Es existiert kaum eine große Rolle von Shakespeare bis Tschechow, die der Charakterdarsteller nicht gespielt hat – und kaum eine bedeutende Bühne in Deutschland und Österreich, auf der er nicht zu sehen war“, hieß es in einem Nachruf in STERN.DE. So brillierte er unter anderem in Inszenierungen von Peter Zadek, darunter in „Wildente“, „Hamlet“, „Ein Sommernachtstraum“ und „Wintermärchen“.

Lause agierte als Haupt- und Nebendarsteller aber auch in vielen Kino- und Fernsehfilmen. So sahen ihn Millionen Zuschauer in „Schtonk!“, „Der Campus“ und „Gegen die Wand“. Zu seinem Repertoire gehörten aber auch Auftritte in verschiedenen Serien wie „Derrick“, „Das Großstadtrevier“, „Polizeiruf 110“, „Tatort“ und „Schimanski“. Der Mime wirkte zudem an über hundert Hörspielen mit. Er starb am 28. März 2005 in Hamburg infolge einer schweren Krebserkrankung und wurde auf dem Friedhof Hamburg-Ohlsdorf beigesetzt.

Vielen älteren Kreisstädtern dürfte Hermann Lause aber auch als „Mädchenfänger von Meppen“ in Erinnerung sein. Wie es üblich war, zog der Abiturient mit seinen Mitschülern durch die Straßen der Stadt. Lause aber gab eine Solovorstellung. Mit einer Melone auf dem Kopf und einem Stäbchen in der Hand lockte er im Stil des bekannten Rattenfängers von Hameln eine immer größer werdende Schar Mädchen aus dem nahe gelegenen Lyzeum auf die Straße. Erst als die Pause vorbei war, führte er die begeisterten Mädchen in ihre Schule zurück. Mit seinem Charme und einem großen Blumenstrauß konnte er die aufgebrachten Lehrerinnen besänftigen und die Schülerinnen vor einer Strafe bewahren.

Die Serie Straßennamen und ihre Geschichte wird von der Geschichtswerkstatt des Heimatvereins Meppen geschrieben.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN