Neuer Bürgermeister Helmut Knurbein in Meppen Sensationssieger

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Meppen. „Das ist ein Wahnsinnsergebnis.“ Helmut Knurbein zeigte sich am Sonntagabend im Ratssaal einfach nur „überwältigt“ von dem großen Vertrauen, das ihm die Meppener Wähler entgegengebracht haben.

Der Einzelbewerber erhielt 52,46 Prozent der Stimmen (8247 Stimmen) und damit zur großen Überraschung vieler gleich im ersten Wahldurchgang die notwendige absolute Mehrheit.

Für den amtierenden Bürgermeister Jan Erik Bohling (CDU) votierten 39,52 Prozent (6212 Stimmen). Er hatte bei der Wahl 2006 auf Anhieb noch 54,11 Prozent geholt. Einzelbewerber Georg Hennekes schaffte 4,84 Prozent (761 Stimmen) und Thomas Reimann 3,18 Prozent (500 Stimmen). Die Wahlbeteiligung lag bei 56,44 Prozent (2006: 53,25 Prozent).

Mit einem dicken Kuss gratulierte Ehefrau Doris ihrem Ehemann zum Wahlsieg. Ganz nebenbei feierten die beiden am Sonntag noch ihre Silberhochzeit. „Wir konnten in dem ganzen Wahlstress überhaupt nicht feiern, aber das wird jetzt doppelt und dreifach nachgeholt“, strahlte Doris Knurbein.

Vorausgegangen war eine zweistündige Auszählung im Ratssaal, die es in sich hatte. Von Anfang an hatte Knurbein zwar die Nase vor, aber er lag immer um die 50-Prozent-Marke, sodass CDU-Kandidat Jan Erik Bohling und seine Ehefrau Barbara zumindest auf eine Stichwahl am 15. Juni hoffen durften.

Doch je mehr Wahllokale ausgezählt wurden, je mehr brandete der Beifall der Opposition von UWG, SPD, Grünen und FDP für ihren gemeinsamen Kandidaten auf. Als Wahlleiter Bernd Ostermann schließlich um 20 Uhr des Endergebnis verkündete, flossen sogar Freudentränen. „Ich bin platt. Das ist ein Superergebnis. Das Erfolgsgeheimnis liegt auch in der Persönlichkeit unseres Kandidaten“, sagte SPD-Kreisvorsitzende Andrea Kötter. UWG-Stadtratsfraktionsvorsitzender Günther Pletz ergänzte: „Ich bin fassungslos vor Glück.“

Betretene Mienen hingegen bei den Christdemokraten. Kommentar des CDU-Kreisvorsitzenden für den Altkreis Meppen, Karl-Heinz Knoll: „Es ist besonders enttäuschend, dass wir gerade in der Kreisstadt unseren Bürgermeister verloren haben.“ CDU-Stadtverbandsvorsitzender Jürgen Schwering sprach von „einem reinen Personenwahlkampf bei der Bürgermeisterwahl.“ Bei der Europawahl habe die CDU hingegen in der Stadt Meppen kaum verloren.

Amtsinhaber Jan Erik Bohling gratulierte als einer der ersten CDU-Politiker seinem Nachfolger. Seine einzige Stellungnahme, die er unserer Zeitung geben wollte, lautete „enttäuschend“.

Wesentlich auskunftsfreudiger hingegen der unabhängige Kandidat Georg Hennekes: „Das Ergebnis kommt nicht unerwartet für mich.“ Für ihn war die Bürgermeisterwahl nämlich keine Personen-, sondern eine „Parteienwahl“. Knurbein und Bohling hätten halt die Stimmen der Parteiwähler geholt. Sein Wahlkampf sei mit mehreren Aktionen behindert worden.

Das kurze Fazit des dritten Bewerbers Thomas Reimann: „Ich kann mit dem Ergebnis ganz gut leben.“


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