Arbeitskreis blickt zurück Wie das Emsland zur Boomregion wurde

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Bei der Veranstaltung: (v. li.) Jana Billigmann (Industrieller Arbeitgeberverband Osnabrück-Emsland), Martin Gerenkamp und Studienseminarleiterin Irmgard Pöling. Foto: WirzBei der Veranstaltung: (v. li.) Jana Billigmann (Industrieller Arbeitgeberverband Osnabrück-Emsland), Martin Gerenkamp und Studienseminarleiterin Irmgard Pöling. Foto: Wirz

Meppen. Die Entwicklung des Emslandes vom Armenhaus der Republik zum erfolgreichen Wirtschaftsstandort hat Erster Kreisrat Martin Gerenkamp vor dem Arbeitskreis Schule-Wirtschaft nachgezeichnet.

„Ich glaube, dass man die Gegenwart erst richtig versteht, wenn man schaut, wo man hergekommen ist“, begann Gerenkamp seine Ausführungen. Ausgedehnte Moorflächen, ertragsarme Böden und die dünne Besiedlung des Landes kennzeichneten die Lage um 1930. Der Emslandplan brachte die Wende: Millionenschwere Förderprogramme von Bund und Land, aber auch bemerkenswerte Initiativen brachten den Landkreis voran: Von 1940 bis 2012 verdoppelte sich die Bevölkerungszahl auf 311000 Einwohner.

„Vor neuen Entwicklungen und Technologien haben die Emsländer nie Angst gekannt“, sagte Gerenkamp. So gelang es, immer mehr Industrie- und Gewerbegebiete anzusiedeln. Zu wichtigen Arbeitgeber wurden die Maschinen- und Fahrzeugindustrie, der Schiffsbau, die Ernährungswirtschaft und das Baugewerbe. Der Tourismus war ein weiterer Wachstumsmotor. Damit stieg die Zahl der Beschäftigten weit über den Landesdurchschnitt. Die Arbeitslosenquote von 16 Prozent 1987 ist inzwischen auf unter vier Prozent gesunken und liegt damit auch deutlich unter dem Bundesschnitt.

Ein weiterer Standortfaktor sind die Großkraftwerke wie das Gas- und Kernkraftwerk Lingen sowie die Windenergieparks und Biogasanlagen. Darüber hinaus existieren im Emsland mehr als 12000 Solaranlagen. Entscheidend für die Entwicklung des Landkreises war der Bau der Autobahn 31, deren letzte Lücke durch die Eigeninitiative des Kreises 2004, also 15 Jahre früher als vorgesehen, geschlossen werden konnte. Die parallel laufende Entwicklung der Landwirtschaft führte dazu, dass seit 1980 sowohl die Zahl als auch die Größe der Betriebe erheblich zunahm. Waren es 1980 noch 20 landwirtschaftliche Betriebe mit mehr als 100 Hektar, so lag die Zahl 2010 schon bei 304.

Parallel zur industriellen Entwicklung im Emsland sei allerdings die Zahl der Geburten seit 2009 rückläufig, womit die Zahl der Schüler sinke. Auch als Reaktion auf die demografische Entwicklung sei festzuhalten, dass das Emsland Bestwerte in Kinderbetreuung aufzuweisen habe. Inzwischen verfüge der Kreis über ein flächendeckendes Netz an Familienzentren und Kindertagesstätten. Schließlich wies Gehrenkamp auf die hiesigen Bildungsmöglichkeiten hin: „90 Prozent der Schulen bieten


Der Industrielle Arbeitgeberverband Osnabrück-Emsland betreut seit vielen Jahren sogenannte Arbeitskreiskreise Schule-Wirtschaft. Durch Informationsbesuche und Diskussionen erhalten damit Pädagogen verstärkt Einblicke in Unternehmen und ökonomische Problemstellungen aus erster Hand.

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