„Vielfalt ist unser Reichtum“ Überregionales Naturschutzprojekt gestartet


Meppen. Sand ist wertvoll – zumindest als Lebensraum für seltene Pflanzen- und Tierarten. Das soll das Hotspotprojekt „Lebensadern auf Sand“ beweisen, das am Freitag im Kloster Gravenhorst bei Hörstel offiziell gestartet wurde.

Rund 3,5 Millionen Euro fließen in das zu 75 Prozent vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn (BfN), zu 15 Prozent von den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sowie zu zehn Prozent von lokalen Projektpartnern finanzierte Projekt. Allein 800000 Euro sollen im Emsland für den Erhalt seltener Pflanzen wie Heidenelke und Berg-Sandglöckchen oder für die Wiederherstellung offener Sandwege als Lebensraum für Schmetterlinge und Heidelerche ausgegeben werden.

Das Projekt „Lebensadern auf Sand“ ist schon vor einigen Monaten in die Umsetzungsphase gegangen – als erstes Hotspotprojekt, das das BfN deutschlandweit fördert. Um auf die Schutzbedürftigkeit gerade der Sandlebensräume in einer intensiven Ackerbauregion hinzuweisen, hat nun am Freitag eine offizielle Eröffnung stattgefunden.

Mit dabei waren mehrere Landräte oder deren Vertreter aus den beteiligten Landkreisen Grafschaft Bentheim, Emsland und Steinfurt sowie der Lingener Oberbürgermeister Dieter Krone und Repräsentanten weiterer Partner. Auch die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Beate Jessel, und Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel waren erschienen.

Etwa 100 weitere Gäste aus Behörden, Verbänden und Kommunen waren dabei, als die letzte Station des Staffellaufes aus dem Emsland bis nach Gravenhorst ihren Abschluss fand. Eine Läufergruppe überbrachte Beate Jessel und dem Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Emsland, Ludger Pott, eine Projektfahne, die von rund 200 am Staffellauf beteiligten Aktiven unterzeichnet worden war.

Jessel betonte, die biologische Vielfalt sei „der Reichtum unserer Erde“ und dieser schwinde trotz vielfacher Bemühungen in kaum gebremster Geschwindigkeit. Um dieser bedrohlichen Entwicklung entgegenzuwirken, habe das BfN verschiedene Instrumente aufgelegt, darunter die Förderung jener 30 in Deutschland ausgemachten Hotspots der Artenvielfalt, in denen besonders viele oder besonders bedrohte Arten vorkommen. Allerdings gebe es nur dann Geld, wenn ein überzeugendes Konzept vorliege – eben so wie beim Hotspot 22, Südliches Emsland und nördliche westfälische Bucht. „Wir hoffen, dass Ihr Projekt Vorbildfunktion für andere Regionen mit hohem Flächendruck relangen kann“, sagte Jessel.

Frank Krüger vom Niedersächsischen Umweltministerium erläuterte, die Sandlebensräume mit ihren charakteristischen Arten litten unter Nährstoffeinträgen, mangelnder Rücksicht und mangelnder Pflege. Hier gegenzusteuern sei sehr wichtig.


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