300000 Besucher im Jahr erwartet Park-Betreiber ab 2016 Hennie van der Most sucht neue Geldgeber

Die Kartbahn im Funpark.Die Kartbahn im Funpark.

Meppen. Vor einem Jahr ist der Funpark Meppen offiziell eröffnet worden. Nach Angaben von Heinz Schöttmer, Wirtschaftsförderer der Stadt, besuchten im vergangenen Jahr 18000 Gäste das Gelände. Allerdings stößt bei der Stadt inzwischen die Marketingpolitik von Investor Hennie van der Most auf Unverständnis: „Wir vermissen schon gezielte Werbeaktionen“, sagte Erster Stadtrat Bernd Ostermann.

Dabei hatte der Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung bereits im Juni 2013 eine Änderung zum städtebaulichen Vertrag mit dem Funpark-Investor aus dem Jahr 2004 beschlossen. Laut dem ursprünglichen Vertrag hätte die Stadt Kosten und Auslagen von 1,286 Millionen Euro zurückfordern können, wenn der Niederländer nicht bis Ende 2009 eröffnet hätte.

In der Änderungsklausel wurde der Zeitpunkt auf 2013 festgesetzt. Zudem verpflichtete sich van der Most, den Erlebnispark ab 2015 an mindestens 250 Tagen pro Kalenderjahr zu öffnen. Neben der von ihm bereits geleisteten Zahlung von 350000 Euro für Kompensationsmaßnahmen sieht der Änderungsvertrag eine pauschale Abgeltung für nicht in der gewünschten Anzahl geschaffene Arbeitsplätze in Höhe von 200000 Euro vor. 100000 Euro habe er bereits bezahlt.

Bislang gibt es auf dem Areal Quad-, Buggy- und 4x4-Offroad-Fahrten sowie eine Kartbahn. Zudem wird ein Gastronomiebereich für bis zu 1750 Gäste vorgehalten. Die Öffnungszeiten beschränken sich auf freitags von 18 bis 22 Uhr sowie samstags von 12 bis 22 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr.

Auf der Funpark-Homepage wird zudem versprochen, dass weitere Attraktionen wie Jetscooter, Wildwasserbahn, Tauchen, Dragsterbahn, Rennstrecke und „noch vieles mehr in naher Zukunft verwirklicht werden“.

„2015 sollen die Bereiche rund um den Badesee eröffnet werden“, sagte Schöttmer. Auch hier sei ein Strandcafé schon weitgehend fertiggestellt.

13 Millionen investiert

Dabei ist van der Most ständig auf der Suche nach neuen Geldgebern. Von der angestrebten Investitionssumme von 20 Millionen Euro ist erst ein Viertel in Sicht. Das hat Marcel Doornbos vom Finanzdienstleister Matchinvest der Zeitung Dagblad van het Noorden verraten. Das Unternehmen hat den Auftrag, Investitionsmittel für den Funpark aufzutreiben.

Zur ersten Präsentation im niederländischen Nieuwleusen im Januar 2014 kamen 60 Interessenten (wir berichteten). Nach zwei Monaten sind davon noch „eine Handvoll“ potenzieller Investoren übrig geblieben, sagt Doornbos. Sie verhandeln über den Ankauf von 200 Anteilsscheinen zu je 100000 Euro. Jetzt will Matchinvest verstärkt in anderen Landesteilen in den Niederlanden um Investoren werben. Es gibt Überlegungen, die Immobilien des Funparks als Sicherheiten für Anteile im Wert von rund fünf Millionen Euro anzubieten.

Vor vier Jahren kam es zum Bruch zwischen van der Most und dessen Hausbank ABN Amro. Seitdem versucht er mit eigenen Mitteln und mithilfe von Investoren, das Projekt zu vollenden. Van der Most hat nach eigenen Angaben bereits 13 Millionen Euro in Meppen investiert. Mit den nächsten 20 Millionen Euro will er den Park in den nächsten zwei Jahren vollenden, der dann bei 300000 Besuchern jährlich 2,5 Millionen Euro Nettogewinn abliefern soll.

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