Knurbein beim St.-Vitus-Werk Meppen soll eine inklusive Stadt werden

Von Hermann-Josef Mammes

Über Inklusion diskutierten in der Werkstatt für behinderte Menschen in Meppen Tobias Bolmer (von links), Michael Korden, Carsten Keetz, Claus Dreischulte, Johannes Münzebrock und Helmut Knurbein. Foto: Hermann-Josef MammesÜber Inklusion diskutierten in der Werkstatt für behinderte Menschen in Meppen Tobias Bolmer (von links), Michael Korden, Carsten Keetz, Claus Dreischulte, Johannes Münzebrock und Helmut Knurbein. Foto: Hermann-Josef Mammes

Meppen. Meppen zu einer inklusiven Stadt auszubauen ist das Ziel des unabhängigen Bürgermeisterkandidaten Helmut Knurbein. Im Gespräch mit Verantwortlichen der Werkstatt für behinderte Menschen des St.-Vitus-Werkes wurden gleich mehrere Felder aufgezeigt, wo die Kooperation mit der Stadt verbesserungsfähig sei. Knurbein besuchte mit Carsten Keetz (Kreistagsabgeordneter der Grünen) die Einrichtung.

In der Werkstatt arbeiten nach Angaben von Johannes Münzebrock rund 600 behinderte Menschen, davon 560 haben einen Dauerarbeitsplatz. „Es ist immer wieder eine Herausforderung, ausreichend Arbeit, zugeschnitten auf die Fähigkeiten, zu finden.“

Die Tätigkeiten reichen von der Landschaftspflege über die Hauswirtschaft bis zum Metallbetrieb. Münzebrock gab unumwunden zu: „Bei 99,8 Prozent der Menschen gelingt es uns nicht, sie für den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln.“ Umso wichtiger sei es, dass 70 einen externen Arbeitsplatz gefunden haben. Einige von ihnen arbeiten bei Firmen im mittleren Emsland. Zudem betreibt das St.-Vitus-Werk sowohl das Café am Dom in Haren als auch das Café an der Koppelschleuse in Meppen.

Weiter unterhält die Einrichtung einen Integrationsbetrieb. Das Portfolio reicht von Malertätigkeiten bis hin zur Landschaftspflege. Nach Angaben von Vitus-Geschäftsführer Michael Korden kooperiere man gut mit der Stadt Haselünne und übernehme dort viele Arbeiten. Knurbein sagte: „Es kann nicht sein, dass Haselünne für Meppen Vorreiter ist.“ Im Fall eines Wahlsieges strebe er eine engere Kooperation an.

Allerdings bedankte sich Korden bei der Stadtverwaltung dafür, dass man zukünftig die neue Fahrradstation am umgestalteten Meppener Bahnhof als Dienstleister betreiben darf. Hier sollen vier Mitarbeiter beschäftigt werden.

Vorsitzender Tobias Bolmer und Schriftführer Claus Dreischulte vom Werkstattrat haderten mit der schlechten Busverbindung. So könnten die Beschäftigten die öffentlichen Buslinien kaum nutzen. Diese würden nämlich das St.-Vitus-Werk erst in der Zeit von 8.20 Uhr bis 8.30 Uhr ansteuern, Arbeitsbeginn sei aber schon um 8 Uhr. Zudem seien die Busse morgens teilweise überfüllt. Auch beklagten sie sich über fehlende Radwege und Querungshilfen für Fußgänger und Radfahrer an der Schwefinger Straße in Nödike.

Obwohl Inklusion gerade an Regelschulen in aller Munde ist, erleben die beiden Förderschulen des St.-Vituswerkes, die Helen-Keller-Schule und Jakob-Muth-Schule (Tagesbildungsstätte), Zuwächse. Dort werden insgesamt 300 Kinder beschult. „Wir favorisieren darüber hinaus kooperative Modelle, indem wir unsere Angebote mit eigenen Klassen an Regelschulen andocken“, sagte Korden. So gebe es Partnerschaften mit der Grundschule Fullen sowie der Don-Bosco-Schule Haselünne. „Eltern entscheiden sich ganz bewusst für das Förderschulsystem“, sagte der Geschäftsführer.

Die beiden Meppener Förderschulen haben keine Turnhalle. Die Ausweichangebote für den Sportunterricht in anderen Sporthallen wie in Emslage könne man oft nicht wahrnehmen, da die Ausweichzeiten nicht selten in den Mittagszeiten lägen.

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