Geschäft nicht nur für Bedürftige Helmut Knurbein besucht Soziales Kaufhaus Meppen

Von Tim Gallandi

Nach dem Rundgang durchs Soziale Kaufhaus: (von links) Heinz Wessels, Walburga Nürenberg (SkF-Vorsitzende), Günter Göken, Helmut Knurbein und Marcus Drees. Foto: Tim GallandiNach dem Rundgang durchs Soziale Kaufhaus: (von links) Heinz Wessels, Walburga Nürenberg (SkF-Vorsitzende), Günter Göken, Helmut Knurbein und Marcus Drees. Foto: Tim Gallandi

Meppen. Drei Tonnen Kleidungsstücke gehen jeden Monat im Sozialen Kaufhaus in Meppen durch die Hände der Mitarbeiter. Die Textilien und Lederwaren werden einzeln geprüft, sortiert und nicht zuletzt verkauft. Diese und andere Zahlen und Fakten hat Helmut Knurbein bei seinem Besuch der Einrichtung erfahren.

Zwischen Geschirrschränken, Schuhregalen und Bücherborden gab es eine Schätzfrage für den Bürgermeisterkandidaten von SPD, Grünen, UWG und FDP: Wie viele Hosen passen wohl auf einen der runden Kleiderständer, wollte Heinz Wessels wissen. Knurbein tippte auf 100. „Es sind 150“, informierte ihn der zweite Vorsitzende des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM). Und fügte hinzu, ein voller Kleiderständer sei so schwer, dass man ihn nicht allein anheben könne.

Auch die übrigen Dimensionen des im Dezember 2008 eröffneten Sozialen Kaufhauses beeindruckten den Anwärter auf den Chefsessel im Rathaus sichtlich: „Es ist eine gewaltige Organisation, die dahintersteckt“, bemerkte Knurbein, als er erfuhr, dass mehr als 40 Ehrenamtliche die tragende personelle Säule der Einrichtung bilden.

Auf den 300 Quadratmetern Verkaufsfläche an der Obergerichtsstraße haben im vergangenen Jahr 36000 Kunden Kleidung, Bücher, Haushaltswaren und viele andere Sachen aus zweiter Hand erworben. „Wir bieten alles an, mit Ausnahme von Elektro-Großgeräten und Möbeln“, sagte SKM-Vorsitzender Günter Göken.

Das Sortiment im SoKa, wie es abgekürzt heißt, richtet sich besonders an bedürftige Menschen, aber nicht ausschließlich an sie. Daher, erläuterte Göken, war es dem Caritasverband Meppen, dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und dem SKM als gemeinsamen Betreibern wichtig, das Soziale Kaufhaus im Stadtzentrum und nicht in einer Randlage zu eröffnen. Und deshalb habe man ihm ein „anspruchsvolles Ambiente“ geben wollen, das über das einer Kleiderkammer hinaus gehe.

Feilgeboten werden durchweg gespendete Waren, wobei einkommensschwache Käufer – Bezieher von Leistungen nach Hartz IV oder ähnlicher Gelder – einen Rabatt von 30 Prozent auf den Verkaufspreis erhalten. Im Emsland gelten laut dem Statistischen Landesbetrieb derzeit 11,5 Prozent der Bevölkerung als arm oder von Armut bedroht.

Wie Caritas-Geschäftsführer Marcus Drees erklärte, gehe es den SoKa -Betreibern neben der Unterstützung in wirtschaftlicher Not darum, den Betroffenen berufliche Perspektiven zu bieten. Inzwischen gebe es im Sozialen Kaufhaus vier sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze sowie zwei 450-Euro-Kräfte. Darüber hinaus spiele Nachhaltigkeit eine Rolle, zum einen bei der Rückführung von Waren in den Wirtschaftskreislauf, zum anderen bei der Schaffung nachhaltiger Beratungsangebote. Demnach ist die Einrichtung auch ein Ort, um miteinander ins Gespräch zu kommen.