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Angst und Ekel verbreitet Exhibitionist des Meppener Baggersees verurteilt

Von Alfred Korfhage

Krankenpfleger vor Gericht: Der 36-Jährige soll in zwölf Fällen junge Patientinnen auf der Kinderstation des Klinikums Hildesheim betäubt und sexuell missbraucht haben. Symbolfoto: dpaKrankenpfleger vor Gericht: Der 36-Jährige soll in zwölf Fällen junge Patientinnen auf der Kinderstation des Klinikums Hildesheim betäubt und sexuell missbraucht haben. Symbolfoto: dpa

Meppen. Zu vier Monaten Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurden, hat die Strafrichterin des Amtsgerichts Meppen einen Mann verurteilt, der sich in schamverletzender Weise zwei jungen Frauen am Schlagbrücker See zeigte.

Der Mann, 36 Jahre alt, hatte nach seinem Hauptschulabschluss eine Lehre begonnen, diese aber abgebrochen. In der Folgezeit war er immer mehr abgedriftet, sodass er seit einiger Zeit unter Betreuung in einem Heim wohnt und als landwirtschaftlicher Helfer arbeitet.

An einem der warmen Septembertage letzten Jahres fuhr er mit dem Fahrrad zu der Badestelle. Er hatte sich völlig entkleidet. So näherte er sich den jungen Frauen, machte direkt auf sich aufmerksam und folgte ihnen, als sie den Platz wechselten und letztlich die Badestelle verließen.

Weil der Angeklagte jetzt jegliche Aussage verweigerte, mussten die Geschädigten und weitere Zeugen aussagen. Er war wenige Tage nach der Tat wiedererkannt und von der Polizei festgenommen worden. In der Vernehmung gab er die exhibitionistische Handlung zum Nachteil der Frauen zu. Er gab auch zu, an anderen Orten in Meppen nackt auf dem Fahrrad an Frauen vorbeigefahren zu sein. Dies sind jedoch nicht strafbare Handlungen, weil er nicht so Kontakt zu den Personen aufnahm, dass sie sich gemeint wähnten.

Strafregister gut gefüllt

Der Strafregisterauszug des 36-Jährigen war gut gefüllt. Insgesamt waren 13 Bestrafungen verzeichnet. Seine strafwürdigen Aktivitäten begannen 1991 mit einer regelrechten Diebstahlserie, ging dann aber schnell über in Drogenstraftaten, besonders auffällig war eine Freiheitsstrafe von knapp drei Jahren wegen sexueller Nötigung.

Der Staatsanwalt bedauerte, dass der Angeklagte von seinem Recht Gebrauch machte, die Aussage zu verweigern. Damit fehle eine Voraussetzung dafür, die Tat vom See am Schlagbrücker See mit einer Geldstrafe zu ahnden. Er beantragte vier Monate Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden könnten, und als Auflage sollte er 300 Euro an eine soziale Einrichtung zahlen.

Die Strafrichterin verurteilte den Angeklagten, der ohne Verteidiger erschienen war, zu den beantragten vier Monaten. Er habe in schamverletzender Weise die Frauen geschädigt, die durch sein Verhalten Angst und Ekel verspürt hätten. Durch sein Schweigen habe er gezeigt, dass er sein Verhalten nicht bereut. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Der Verurteilte hat Kontakt zu seinem Bewährungshelfer zu halten und nachzuweisen, dass er an einer ambulanten Therapie teilnimmt. Auf eine Geldauflage könne verzichtet werden, weil der Angeklagte nur ein monatliches Taschengeld von einhundert Euro zur Verfügung hat.


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