Bürgermeisterwahl Wahlkampf auch über Facebook im mittleren Emsland

Von Nico Buchholz

Der Wahlkampf ist eröffnet: In Meppen, Geeste und Herzlake stehen am 25. Mai die Bürgermeisterwahlen an.Einige Kandidaten im mittleren Emsland nutzen die sozialen Netzwerke im Internet, um für sich Werbung zu machen. Foto: dpaDer Wahlkampf ist eröffnet: In Meppen, Geeste und Herzlake stehen am 25. Mai die Bürgermeisterwahlen an.Einige Kandidaten im mittleren Emsland nutzen die sozialen Netzwerke im Internet, um für sich Werbung zu machen. Foto: dpa

Meppen. Der Wahlkampf ist eröffnet: In Meppen, Geeste und Herzlake stehen am 25. Mai die Bürgermeisterwahlen an. In Zeiten von Facebook findet der Wahlkampf nicht nur auf der Straße, an Haustüren und auf Bürgerversammlungen statt. Einige Kandidaten im mittleren Emsland nutzen die sozialen Netzwerke im Internet, um für sich Werbung zu machen.

Helmut Knurbein ist parteiloser Kandidat in Meppen und wird von SPD, Grünen, Unabhängigen Wählern und FDP unterstützt. Für ihn ist Facebook elementarer Bestandteil seines Wahlkampfes. „Es ist ein wichtiges Medium um Informationen an interessierte Menschen zu bringen.“ Das gelte besonders für die junge Generation: „Ich habe selber zwei Töchter und erlebe dies daher jeden Tag.“ So sei Facebook ein wichtiges Instrument, um mit potenziellen Wählern zu kommunizieren, „wenn es nicht persönlich geht“. Auf seinem Profil postet Knurbein Fotos von Wahlkampfauftritten und nimmt zu lokalpolitischen Themen Stellung.

Amtsinhaber Jan Erik Bohling von der CDU nutzt Facebook nicht für den Wahlkampf, sondern ausschließlich privat. „Einerseits verarbeitet Facebook die Daten seiner Nutzer nicht nach dem deutschen Datenschutzrecht, andererseits würde die intensive Nutzung als Wahlkampfmedium viel Zeit in Anspruch nehmen, die meine Arbeitswoche nicht mehr hergibt“, begründet er diesen Entschluss. Er nutze lieber das persönliche Gespräch zum Austausch.

Der parteilose Thomas Reimann könnte sich zumindest vorstellen, Facebook einzusetzen. „Ich selbst bin nicht bei Facebook, aber ich habe viele Freunde und Bekannte, die dort sind.“ Reimann habe vor, über diese Freunde Wahlwerbung zu machen. „So könnte ich Öffentlichkeit für meine Themen schaffen. Vielleicht ist es auch möglich, so Treffpunkten zu verabreden und über bestimmte Themen zu diskutieren.“

Georg Hennekes hat einen Account beim sozialen Nutzwerk Google Plus eingerichtet, auf Facebook und Twitter will er jedoch beim Wahlkampf komplett verzichten. „Stattdessen haben wir eine Website mit allen Informationen .“

In Geeste sind beide Kandidaten davon überzeugt, dass Facebook im Rennen um das Büro des Bürgermeisters einen Vorteil bringen kann. Für CDU-Kandidat Helmut Höke bietet das soziale Netzwerk Informations- und Kontaktmöglichkeiten. „Außerdem können aktuelle Meldungen schnell und ohne großen Aufwand verbreitet werden.“ Da auch viele Wähler diese Möglichkeit nutzen würden, müssten sich Kandidaten orientieren. Helmut Höke hat auf seiner Seite Fotos von Versammlungen und einem Treffen mit dem CDU-Europa-Kandidaten Jens Gieseke gepostet. Als Titelbild hat er demonstrativ ein Foto das Geester Rathauses gewählt.

Ähnlich sieht es Konkurrent, Peter Egbers , der parteilos ist und von SPD und Unabhängigen Wählern unterstützt wird. „Mittlerweile hat sich Facebook unter den sozialen Netzwerken zu einer festen Größe etabliert, sodass ich Alt und Jung sehr gut erreichen kann.“ Da man nicht auf der Seite angemeldet sein muss, um seinen Facebook-Auftritt sehen zu können, wolle Egbers keinen weiteren Internetauftritt betreiben. Auf seinem Profil hat Egbers zu Beginn seiner Kandidatur kurze Texte und Artikel in Bezug auf seinen Wahlkampf gepostet.

Die Herzlaker sind zurückhaltender, was den Nutzen des Netzwerkes angeht. SPD-Kandidat Ulrich Ostermann nutzt es nicht für seinen Wahlkampf. „Grund hierfür ist der fehlende Datenschutz“, sagt Ostermann und nennt als Beispiel die Datenspionage der NSA. „Zudem erreiche ich mit der Meppener Tagespost, Diskussionsveranstaltungen, persönlichen Gesprächen und Flyern alle Wahlberechtigten, um diese über meine Person, meine Erfahrungen und Kenntnisse und vor allem meine Ziele zu informieren.“

Amtsinhaber Ludwig Pleus setzt nicht auf Facebook, weil es für ihn nicht unbedingt ein Medium sei, um sich und seine Meinungen zu präsentieren. „Besonders junge Leute nutzen zunehmend andere Quellen wie den Kurznachrichtendienst Whats-App.“ Pleus lege außerdem großen Wert auf persönlichen Kontakt.

Auch Hans Bösken von der CDU hält nicht viel vom Einsatz von Facebook im Wahlkampf. „Die Kommunikation über Facebook und andere soziale Medien ist in einer bestimmten Art anonym und deshalb für mich unpersönlich.“ Er halte viele Einträge dort für sehr bedenklich. Soziale Medien hätten laut Untersuchungen kaum Einfluss auf Wahlen. „Bürger ziehen klassische Medien vor, also Fernsehen, Radio und vor allem die Tageszeitungen“, ist sich Bösken sicher. Deshalb konzentriere er seinen Wahlkampf auf den direkten Dialog vor Ort.


So unterschiedlich die Einstellungen der Bürgermeisterkandidaten zu Facebook sind, so unterschiedlich waren auch die Kanäle, über die sie ihre Antworten zu dieser Geschichte beigetragen haben. Jan Erik Bohling und Helmut Knurbein aus Meppen sowie Helmut Höke und Peters Egbers aus Geeste antworteten per Facebook-Nachricht auf eine Zuschrift über ihr Profil. Da Ludwig Pleus, Hans Bösken und Ulrich Ostermann aus Herzlake sowie Georg Hennekes aus Meppen nicht über ein Facebook-Profil erreicht werden können, erhielten sie ihre Zuschrift per Mail und antworteten auf diesem Weg. Thomas Reimann nahm am Telefon Stellung.