200 Senioren im Kolpinghaus Vier Meppener wollen Bürgermeister werden

Von Hermann-Josef Mammes


Meppen. „Wir sind überwältigt.“ Mit diesem Satz hat gestern Vorsitzender Franz Holtgreve im Kolpinghaus die fast 200 Besucher der Seniorenvereinigung Meppen im Kolpinghaus begrüßt. Sie alle wollten sich das erste Kräftemessen zwischen den vier Bürgermeisterkandidaten der Kreisstadt nicht entgehen lassen.

In der ersten Runde stellten sich die Bewerber vor und präsentierten ihre persönlichen politischen Entwicklungspotenziale für Meppen. Amtsinhaber Jan Erik Bohling (CDU) ergriff als Erster das Mikrofon. „Ich bin seit 2006 Bürgermeister in unserer schönen Stadt.“ Der 50-jährige Familienvater und Politikwissenschaftler führte gleich eine ganze Serie von konkreten Maßnahmen an. Die Palette reichte vom vierspurigen Ausbau der E233 über ein neues Radwegenetz für die Innenstadt bis zum Ausbau der Bahnstrecke Meppen–Essen für den Personennahverkehr. Bohling sieht als Erfolge zudem die vielen neuen Krippenplätze sowie den Ausbau zur „barrierefreien Innenstadt“.

Den Reigen der drei unabhängigen Herausforderer eröffnete Helmut Knurbein (49). Der zweifache Familienvater ist gebürtiger Meppener und wohnt in Klein Berßen. Der Polizist und Diplom-Verwaltungswirt versprach, bei seiner Wahl sofort nach Meppen zu ziehen. Zudem teilte er mit, dass er 330 Unterschriften bei der Stadtverwaltung eingereicht habe, und übertraf damit die Zahl der 190 notwendigen Unterstützer weit. Er betitelte sich als „ehrlich und teamfähig“. „Ich will für die Bürger ein verlässlicher Ansprechpartner sein.“ Er wolle ein Bürgermeister zum Anfassen sein, den man auch auf der Straße jederzeit ansprechen könne. Sein Ziel sei eine langfristige Entwicklungsstrategie für Meppen und kein Stückwerk zu entwerfen. Ein Ziel sei es, ältere Wohngebiete durch die Ansiedlung junger Familien zu beleben.

Der fünffache Familienvater Thomas Reimann (49) wohnt und arbeitet in Meppen. Der gelernte Straßenbauer sagte: „Ich habe viele Ideen für Meppen, die man umsetzen kann.“ Ein politisches Ziel sei es, dass mehr „Bürgernähe“ in das Stadthaus einziehe. Er will die komplette Straßenführung in der Innenstadt erneuern. Eine weitere politische Sofortmaßnahme sei die Beleuchtung des Stationsweges. „Der Bürgermeister hat auch Entscheidungsgewalt.“ Man müsse einfach mehr machen.

Als Letzter stellte sich Georg Hennekes (58) vor, der erst tags zuvor seinen Hut offiziell in den Ring geworfen hatte (wir berichteten). Der Familienvater und Diplom-Ingenieur arbeitete u.a. als Geschäftsführer bis 2003 beim Trink- und Abwasserverband Bourtanger Moor. Nach mehreren beruflichen Stationen wohnt er seit 2013 wieder in Meppen. Als wichtige Zukunftsthemen sieht er die Energie sowie Umwelt- und Klimaschutz an. Auch Meppen benötige ein Energiekonzept. „Wir hängen am Tropf der Großkonzerne“, sagte Hennekes. Auch er versprach, „rund um die
Uhr ansprechbar zu sein“.

Auf Anfrage eines Besuchers sagte Bohling, dass die B5-Besoldung eines Bürgermeisters 6135 Euro betrage.

In der zweistündigen Veranstaltung gab es viele Fragen der Senioren. Einig waren sich alle Bewerber, dass Püntkers Patt als Filetstück ein Ort „zum Verweilen werden muss“. Reimann will ein Holzblockhaus mit Café eröffnen. Bohling und Knurbein wollen die Fläche über eine Bürgerbeteiligung entwickeln.

In Sachen Finanzen sagte Bohling: „Die Stadt musste im siebten Jahr in Folge keine Kredite aufnehmen.“ Knurbein appellierte an die Politik, die Schulden nicht aus dem Ruder laufen zu lassen“. Für Hennekes ist es unverantwortlich, dass die Stadt für die MEP-Tiefgarage eine viel zu hohe Pacht bezahlt.