Halle am Flugplatz Klausheide Landkreise bauen Tierseuchen-Logistikzentrum

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Spatenstich: Am Flugplatz Klausheide entsteht ein neues Tierseuchenlogistikzentrum für die Grafschaft Bentheim und das Emsland. Mit dabei waren v.l. Thomas Berling, Dr. Haiko de Buhr, Manfred Wellen, Dr. Hermann Kramer, Friedrich Kethorn, Reinhard Winter und Flughafen-Geschäftsführer Helmut Treiber. Foto: Tobias BöckermannSpatenstich: Am Flugplatz Klausheide entsteht ein neues Tierseuchenlogistikzentrum für die Grafschaft Bentheim und das Emsland. Mit dabei waren v.l. Thomas Berling, Dr. Haiko de Buhr, Manfred Wellen, Dr. Hermann Kramer, Friedrich Kethorn, Reinhard Winter und Flughafen-Geschäftsführer Helmut Treiber. Foto: Tobias Böckermann

Nordhorn/Meppen. Der Landkreis Emsland und die Grafschaft Bentheim bauen gemeinsam ein Tierseuchenlogistikzentrum. Vom Flugplatz Klausheide aus sollen spätestens ab Herbst mögliche Tiersuchen effizient gemanagt werden.

Mit dem Spatenstich ist der Bau der 900 Quadratmeter großen Halle am Mittwochnachmittag offiziell begonnen worden. In der Halle sollen im Bedarfsfall Veterinäre und andere Einsatzkräfte einem Notfallplan folgend eine Einsatzzentrale bilden, von der aus betroffene Höfe angefahren und untersucht werden können. Außerdem soll es Vorrichtungen zum Reinigen von Material und Einsatzkräften, zur Versorgung der Krisenmanager mit Nahrung oder zur Fahrzeugdekontamination geben. So wird die Weiterverbreitung einer Seuche verhindert.

Vom Logistikzentrum aus wird vereinfacht gesagt die Untersuchung der Bestände organisiert und durchgeführt – die Ergebnisse sind entscheidend für das weitere Vorgehen, etwa für die durch EU-Recht vorgeschriebene Einrichtung von Sperrzonen rund um einen Betrieb. Die im Seuchenfall nach Einschätzung aller Fachleute beste Bekämpfungsmethode ist die schnelle Keulung, also Tötung, der Tiere eines betroffenen Stalles. Nur so können die Vermehrung des Erregers, gegen den es kein Gegenmittel oder keinen Impfstoff gibt, und eine Ausbreitung verhindert werden. Die Tötung der Tiere liegt aber in der Verantwortung der Landwirte, die zu diesem Zweck vor Jahren bereits ein eigenes Unternehmen gegründet haben.

Das Tierseuchenlogistikzentrum kostet 600000 Euro und wird je zur Hälfte von der Flugplatz Nordhorn-Lingen GmbH errichtet und in Zeiten ohne Seuche, also praktisch immer, zum Teil als Unterstellraum oder für Veranstaltungen genutzt. Die beiden Landkreise mieten das Gebäude für die kommenden 30 Jahre.

„Vorsorge unabdingbar“

Von Klausheide aus werden die Grafschaft Bentheim und das südliche Emsland abgedeckt, für den Norden des Emslandes gibt es in Sögel bereits seit einigen Jahren ein ähnliches Tierseuchenlogistikzentrum.

Die beiden Landräte Friedrich Kethorn (Grafschaft) und Reinhard Winter, die Flughafengeschäftsführer Manfred Wellen und Helmut Treiber, die Kreisveterinäre Hermann Kramer und Haiko de Buhr (Emsland) sowie Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling als Vorsitzender des Aufsichtsrates waren sich einig: Das Projekt ist sinnvoll, notwendig und in Klausheide strategisch perfekt gelegen.

„Vorsorge ist absolut unabdingbar“, sagte Reinhard Winter. „Wenn eine Seuche ausbricht, kann der volkswirtschaftliche Schaden in der Region beträchtliche Ausmaße annehmen. 2003 hat die Geflügelpest in den Niederlanden einen Schaden von 500 Millionen Euro angerichtet. Das wollen wir möglichst verhindern.“

Nach Angaben von Haiko de Buhr sind vor allem die Geflügelpest und die Maul- und Klauenseuche gefürchtet. Außerdem habe sich die Afrikanische Schweinepest von der Ukraine aus schon an die polnische Grenze ausgebreitet. Große Seuchenzüge hat es in beiden Landkreisen aber bereits seit 25 Jahren nicht mehr gegeben.


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