Kreis wirbt um Bundesmittel Bahnstrecke Lathen-Werlte soll saniert werden

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Die Züge der Emsländischen Eisenbahn sollen zukünftig auch wieder zwischen Lathen und Sögel fahren. Foto: MammesDie Züge der Emsländischen Eisenbahn sollen zukünftig auch wieder zwischen Lathen und Sögel fahren. Foto: Mammes

Meppen. Der emsländische Kreistag hat sich am Montag mit großer Mehrheit für die Sanierung der gesperrten Bahnstrecke Lathen-Werlte ausgesprochen. Elf SPD-Kreistagsmitglieder enthielten sich der Stimme. Lediglich SPD-Mitglied Heinz Schwarte aus Werlte votierte ebenfalls für den Neubau.

Wie Kreisdezernent Marc-André Burgdorf sagte, stellt der Bund erstmalig für private Eisenbahnstrecken jährlich 25 Millionen Euro bereit. Diese Trasse wird von der der Emsländischen Eisenbahn (EEB), 100-prozentige Tochter des Landkreises Emsland, betrieben. Der Ausbau der gesamten maroden Trasse von Lathen über Sögel nach Werlte würde allein 8864500 Euro kosten. Um jedoch größere Chancen auf eine Förderung zu erhalten, will man die Trasse in zwei Bauabschnitten realisieren und zuerst nur den Förderantrag für den ersten Abschnitt von Lathen nach Sögel stellen. Hierfür fallen Ausbaukosten von 4988500 Euro an. Der Landkreis hofft, dass der Bund 50 Prozent und das Land Niedersachsen 40 Prozent übernehmen. Die restlichen 498500 Euro (10 Prozent) müsste dann die EEB und damit der Landkreis tragen.

Um jedoch überhaupt vom Förderszenario profitieren zu können, müssen zwölf Monate vor Antragstellung auf der Schiene Güter bewegt worden sein. Da diese Trasse jedoch seit zwei Jahren gesperrt ist, wird sie kurzerhand noch in diesem Jahr für 150000 Euro provisorisch repariert, damit die drei erforderlichen Züge fahren können. CDU-Kreitagsmitglied Willfried Lübs, zugleich Bürgermeister in Werlte, sagte in der öffentlichen Sitzung: „Der Hümmling besitzt weder eine Bundesstraße noch einen Schienen- oder Wasseranschluss.“ Deshalb sei diese Bahnstrecke für die Menschen „sehr wichtig“. Man dürfe diese „allerletzte Chance für die Eisenbahn“ nicht verstreichen lassen. Zudem könne heute niemand sagen, wie sich die Tonnagen auf der Schiene in den kommenden 20 bis 30 Jahren entwickeln werden.

Genau hier setzte die Kritik des SPD-Kreistagsmitgliedes Karin Stief-Kreihe an. So holte die EEB bei ansässigen Firmen Interessenbekundungen für zukünftige Tonnagen pro Jahr von 155500 t ein. „Da jedoch im Jahr 2010 lediglich 16000 Tonnen auf der Trasse befördert wurden, forderte sie „Verbindlichkeiten für Tonnagen“. Die „Wirtschaftlichkeit der Trasse ist nicht erkennbar“, ergänzte die SPD. So bestünde sogar die Gefahr, das hier zukünftig nur Geisterzüge unterwegs seien. FDP-Kreistagsmitglied Gerd Henkel betitelte diese SPD-Aussage hingegen als „kleinmütig und halbherzig“. Statt die Trasse endgültig aufs Abstellgleis zu befördern, sollte man „den Zug auf den Weg bringen“. Auch Norbert Knape (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßte ausdrücklich die Chance, dass hier „Güter von der Straße auf die Schiene verlagert werden“. UWG-Kreistagsmitglied Hermann-Josef Abeln hält weitere Tonnagen für möglich, falls auf dem Hümmling tatsächlich einmal wieder Öl gefördert wird.

Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd-Carsten Hiebing spricht sich für diesen „ökologischen Verkehrsträger“ auf dem Hümmling aus. Allerdings werde der Landkreis nur in die Finanzierung einsteigen, wenn sich Land und Bund beteiligen.


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