Adventsabend mit Ludger Abeln Heitere Geschichten rund ums Weihnachtsfest

Von Peter H. Eisenhuth

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Gelegenheit zur persönlichen Kontaktaufnahme mit Ludger Abeln in der Pause. Foto: Petra HeidemannGelegenheit zur persönlichen Kontaktaufnahme mit Ludger Abeln in der Pause. Foto: Petra Heidemann

MEPPEN. Einen überaus fröhlichen, aber auch durchaus kritisch-besinnlichen Adventsabend hat der in Meppen-Bokeloh geborene NDR-Moderator Ludger Abeln seinen Zuhörern im Meppener Theater „beschert“.

Vor Beginn der Veranstaltung unterhielt der Oldenburger Pianist Lasse Dinter in weihnachtlichem Ambiente dezent swingend die erwartungsvollen Besucher und „beflügelte“ dann - so Abeln - die Veranstaltung mit bekannten amerikanischen Weihnachtsliedern. Abelns lockerer Plauderton fand direkten Kontakt zum Publikum; die sich entwickelnde Stimmung mit sicherem Gespür aufgreifend, traf Abeln seine Lese-Auswahl von einer Darbietung zur anderen völlig spontan.

Kurzweilig moderierte er die Texte an und nahm so seine Zuhörer in die Geschichten mit hinein, die er sichtlich aus eigener Freude mit stimmlicher Dynamik ausgesprochen lebendig werden ließ. Immer wieder griff er dabei das Lachen, Schmunzeln und so manches überraschte „Oh“ aus dem Publikum auf und ließ den Reaktionen Raum.

Den Anfang machte Hans Scheibners „Wer nimmt Oma diesmal?“ - eine Satire, die spitz, aber durchaus freundlich schildert, wie „Oma“ sich aus der Erkenntnis, wie „gern“ ihre Kinder sie wirklich Weihnachten bei sich hätten, den gegenseitigen Vorspielungen durch einen Mallorca-Urlaub entzieht, was aufgrund mangelnder Information eben dieser Kinder ungeahnte Folgen hat. „Lichterhelle Weihnachtszeit“ führt tagebuchartig aus egozentrischer Perspektive die Deko-Aufrüstung wetteifernder Nachbarn ins Absurde; was mit einer 20er Lichterkette im Vorgarten beginnt, endet mit einer Laser- und Beamershow, die das Krippengeschehen auf die Wolken am Himmel projiziert.

Weihnachtskrise

Die Tücken, die einen am 24. Dezember zum Einkaufen geschickten Ehemann in der jährlichen „Weihnachtskrise“ im Supermarkt erwarten, waren vollziehbar, wie das Raunen und Nicken aus den Sitzreihen bewies. Loriots Gedicht „Advent“ dagegen verknüpfte bissig überspitzt adventlich-besinnliche Lyriksprache mit makabrem Mordgeschehen im Forsthaus.

Schmunzeln erzeugte „Getürkte Weihnacht“ von Osman Engin; der weihnachtliche Integrationsversuch eines türkischen Vaters mit den damit verbundenen Befremdlichkeiten, vom Autor liebevoll in Szene getextet, von Abeln leicht akzentbesetzt authentisch zu Gehör gebracht. Mit viel Wein im Rucksack stellt sich ein Ehepaar in „Fördert den Nachwuchs“ von Edgar Wilkening dem alljährlichen Weihnachtskonzert ihres Neffen und seiner Violine, was natürlich nicht problemlos verläuft. Sich artikulatorisch kontinuierlich dem Verlauf des Geschehens anpassend, erzeugte Abeln fröhliche Heiterkeit. Mit Robert Gerhardts „Die Falle“ wurden humorvoll Rituale infrage gestellt, wenn diese ohne Sinnbezug ablaufen. Gelang ein Abstecher in den bayrischen Dialekt nicht überzeugend - Abeln hatte vorsichtshalber die Anwesenheit von Bayern erfragt -, so erfreute er mit seiner Mischung aus ostfriesischem und emsländischem Platt durch eine frei erzählte Anekdote aus seiner Bokeloher Kindheit umso mehr. Die angeregte Unterhaltung und das ständig aufbrechende Lachen der Besucher auf dem Weg vom Theater zum Parkhaus bewiesen: Ludger Abeln hat sein Publikum erreicht.


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