Das Rezept mit „weißem Gold“ Dagmar Kaiser experimentiert in der Küche

Kreativ kochen will Dagmar Kaiser. In ihrer Küche verwirklicht sie Ideen. Foto Kim KarotkiKreativ kochen will Dagmar Kaiser. In ihrer Küche verwirklicht sie Ideen. Foto Kim Karotki

kim Geeste. Neue Kochrezepte erfinden ist das Hobby von Dagmar Kaiser. Jetzt ist eine ihrer Kreationen im Kochbuch „Mozzarella - Das Kochbuch. Kochen mit weißem Gold“ veröffentlicht worden.

Sträuße mit getrockneten Kräutern und Tee verströmen angenehmen Duft, Gläser mit Eingemachtem machen Appetit und der Flaschenkuchen Neugierde. In der Küche von Dagmar Kaiser, der Mozzarella-Köchin, wedelt der kleine Hund Pepper aufgeregt mit dem Schwanz, bis er sich beruhigt in sein Körbchen legt. Dass man mit Mozzarella noch mehr machen kann als Caprese, wusste die Dalumerin schon bevor der Tre Torri Verlag und Zott zum Mozzarella-Rezept-Wettbewerb aufriefen. Da sie ohnehin beim Kochen gern etwas Neues ausprobiert und Rezepte erfindet, hatte die 33-Jährige gleich tausend Ideen, als sie von dem Wettbewerb hörte. Sie hörte allerdings nichts mehr vom Verlag, nachdem sie ihr Rezept eingeschickt hatte - bis unerwartet das Buch „Mozzarella - Das Kochbuch. Kochen mit weißem Gold“ mit der Veröffentlichung ihres Rezepts „Gefüllte Riesen-Champignons“ mit der Post ankam. „Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte den Wettbewerb schon ganz vergessen“, erzählt Kaiser.

Als die gelernte Bäckerin und Konditorin begann, ihr Familienunternehmen zu führen, das inzwischen auf drei Kinder angewachsen ist, die sie zusammen mit ihrem Mann bändigt, war Kochen trotz ihrer Ausbildung eher Neuland für sie. „Ich habe schnell gemerkt, dass Kochen in einem Privathaushalt etwas ganz anderes ist.“ Nach Zeiten des Lernens fing sie immer mehr an, zu experimentieren, und über Facebook versorgt sie ihre Freunde inzwischen mit ihren Rezepten. Als sie vor drei Jahren an Multiple Sklerose erkrankte, half ihr das Kochen und Backen, ihre Feinmotorik wieder zu verbessern.

Seit ein paar Jahren baut die Familie ihr Gemüse im eigenen Garten selbst an. Im Februar werden bereits die ersten Gemüsesorten vorgezogen, und zur Erntezeit wird eingemacht, getrocknet und eingefroren, damit auch im Winter nur die eigenen Sachen auf den Tisch kommen. „Die weiten Transportwege und die Bewässerung in Gebieten, wo Wassermangel herrscht, wollen wir nicht unterstützen“, erklärt Kaiser ihre Motivation. „Und es kann doch nicht sein, dass Gemüse aus Spanien günstiger ist als aus Holland“, ergänzt ihr Mann. Kaiser interessiert sich besonders für alte Gemüse und bezeichnet sich selbst als „Traditionstante“. Deshalb wächst in ihrem Garten auch die Ur-Tomate. Die Kinder haben sich inzwischen schon so an die Vollwertkost gewöhnt, dass sie das Gesicht verziehen, wenn ihre Mutter scherzhaft sagt: „Heute gibt es ein Fertiggericht“.

Auch die Kürbissuppe mit den herzhaften Muffins war ein Experiment. Nach dem Kochen beratschlagt sie mit ihrem Mann, was man noch verbessern könnte. „So läuft das immer bei uns“. Etwas mit Kürbis zu kochen, findet Kaiser naheliegend, wenn man saisonal kocht und „mit Kürbis kann man so viel machen“. Trotz Risiko ist die Mahlzeit geglückt und das Nachkochen lohnt sich.