Lebensbedrohliche Blutung im Unfallauto abgedrückt Ersthelfer rettet Frau in Meppen das Leben

Von Hermann-Josef Mammes


Meppen. Überraschenden Besuch hat am Donnerstag der Kfz-Meister Stefan Habicht an seinem Arbeitsplatz in der Werkstatt des Autohauses Augustin in Meppen bekommen. Notarzt und Polizei dankten ihm für seinen vorbildlichen Einsatz am 17. September. Er rettete durch sein beherztes Eingreifen einer Pkw-Fahrerin das Leben.

Der 30-Jährige schilderte noch einmal die Vorkommnisse von vor drei Wochen. „Ein Azubi kam in die Werkstatt gelaufen und schrie Unfall.“ Habicht, Mitglied der Feuerwehr Meppen, zögerte keinen Augenblick: „Ich kletterte über den Stacheldrahtzaun unseres Firmengrundstückes, sprang über den Graben und kletterte die Böschung zur Bundesstraße 70 herauf.“ Dort sah er bereits den Unfallwagen , der kurz zuvor von der Bundesstraße kommend, auf der Abfahrt schwer verunglückt war.

Das Auto lag auf der Beifahrerseite. „Ich sah die Fahrerin, aus ihrem Jackenarm lief das Blut nur so heraus.“ Der Feuerwehrmann erkannte geistesgegenwärtig die Situation. Er zwängte sich durch das Fahrerfenster und kletterte in den Toyota. „Ich habe dann gesehen, dass der Arm abgetrennt war und die Blutung durch Abdrücken so gut es ging gestoppt“, schildert er weiter. Die Frau sei die ganze Zeit ansprechbar gewesen. Er habe beruhigend auf sie eingeredet.

Als Nächstes eilte sein Arbeitskollege Sven Hannig zum Unfallort. Der 29-jährige Lagerist ist ausgebildeter Rettungssanitäter und ebenfalls Feuerwehrmann. „Ich hatte den Notfallrucksack dabei.“ Bis zum Eintreffen des Notarztes Frank Jehn versorgten beide die 47 Jahre alte Frau aus Geeste. Feuerwehrarzt Jehn ist voll des Lobes für seine Kameraden: „Sie haben sehr gut reagiert.“ Zudem konnten sie die hauptamtlichen Einsatzkräfte sofort von der dramatischen Lage in Kenntnis setzen. Nach Einschätzung des Notarztes haben sie der Frau vermutlich das Leben gerettet.

Stadtbrandmeister Andreas Kessens erläuterte das weitere Vorgehen: „Es blieb keine Zeit mehr, wir mussten die Frau sofort aus dem Auto holen.“ Bei der „Crash-Rettung“ stellten sie den Wagen wieder auf die Räder. Stefan Habicht blieb auch in dieser schwierigen Situation die ganze Zeit im Auto.

Polizeioberkommissarin Tina Kamp lobte beide Erstretter für ihren „Mut und ihre Courage“. Dies sei ein absolut vorbildliches Verhalten. „Ich hoffe nur, dass auch andere Menschen jetzt helfen, statt wegzuschauen“, ergänzte sie.

Auch Autohaus-Geschäftsführer Bernhard Papen ist stolz auf seine Mitarbeiter. Er überreichte ihnen zum Dank Gutscheine. Die hatte auch Stadtbrandmeister Kessens dabei. Im Autohaus Augustin wird es bald noch mehr Ersthelfer geben. Zehn Mitarbeiter nehmen in Kürze an einem Erste-Hilfe-Kursus teil.

Nach Informationen unserer Zeitung konnte die Frau inzwischen das Krankenhaus wieder verlassen.