Schutzgebiete gefährdet? Vorerst keine Stallbauten am Meppener Feldkamp

Von Hermann-Josef Mammes

Das Wohnbaugebiet Feldkamp in Meppen. Foto: privatDas Wohnbaugebiet Feldkamp in Meppen. Foto: privat

Meppen. Vorerst wird es vermutlich keine neuen Stallbauten der drei Landwirte Bölle, Schütte und Kirschner in der Nähe des Meppener Wohngebietes „Feldkamp“ geben. Aufschiebende Wirkung dürfte eine neue Forderung der Unteren Naturschützbehörde des Landkreises Emsland haben.

Tatsächlich hat sich am Montag der Planungs- und Bauausschuss der Stadt Meppen bereits einstimmig dafür ausgesprochen, die seit drei Jahren geltende Veränderungssperre entgegen bisherigen Planungen doch noch um mindestens ein Jahr zu verlängern. Den endgültigen Beschluss muss der Meppener Stadtrat in seiner öffentlichen Sitzung am Donnerstag (26. September) um 17 Uhr fassen.

Wie Sachbearbeiter Theo Gebben ausführte, wollte er dem Stadtrat eigentlich vorschlagen, die bereits 2010 beschlossene und im Jahr 2012 noch einmal verlängerte Veränderungssperre im Oktober auslaufen zu lassen.

So seien alle Argumente von den Bürgern und den Landwirten ausgiebig erörtert und abgewägt worden. „Jetzt sagt der Landkreis jedoch, dass unser Umweltbericht nicht vollständig ist“, so Gebben. Die Kreisverwaltung betont in ihrer Stellungnahme, dass „zwei Hofstellen im „Immissionsbereich des FFH-Schutzgebiets (Flora-Fauna-Habitat) der Hase-Niederung liegen. Dort gebe es „stickstoffempfindliche Lebensraumtypen“. Für diese gelten jedoch viel niedrigere Grenzwerte als für die bisher in den Genehmigungsunterlagen angeführten Forst- und Waldflächen. So gebe es ein Gerichtsurteil, nach dem sei schon eine dreiprozentige Zusatzbelastung unzulässig.

Ferner weist der Landkreis weiter darauf hin, dass sich nahe einer Hofstelle ein „geschütztes Biotop nach Paragraf 30 des Bundesnaturschutzgesetzes befindet. Auch für dieses „frische bis nasse Erlen- und Weidengehölz mit Schilf-Röhricht“ müssten die Belastungen ausgeschlossen werden.

Der Ausschuss sprach sich dafür aus, die verschiedenen Prüfungen und Berechnungen durch ein externes Fachbüro vornehmen zu lassen.

Auf Anfrage von Hubert Höning (UWG) sagte Gebben, dass die Stadt die Kosten für das Zusatzgutachten tragen muss. Bürgermeister Jan Erik Bohling gab seine persönliche Einschätzung ab: „Was der Landkreis fordert, kann für die Bauvorhaben der Landwirte eng werden.“


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