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Gefühlvolles Konzert der „Jazz Gang“ im Musikhaus Dausin & Hartmann Gelebter Jazz

Von Gerd Mecklenborg

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Unterhaltsam und genussreich war der Abend mit Jazz Gang. Foto: Gerd MecklenborgUnterhaltsam und genussreich war der Abend mit Jazz Gang. Foto: Gerd Mecklenborg

Meppen. Die Jazz Gang, das sind Musiker aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim – und diese Gang der leisen Töne und lauten Gefühle avanciert zum Geheimtipp der regionalen Jazzszene. Beim „For Free“-Konzert im Meppener Musikhaus Dausin & Hartmann konnte die Jazz-Formation dieses Prädikat erneut eindrucksvoll festigen.

Im Mittelpunkt des Programms standen – neben bekannten Jazz-Standards – die Eigenkompositionen des Pianisten und Bandleaders Martin Bentlage. Sowohl die Standards als auch die eigenen Kompositionen versetzten die zahlreichen jazzkundigen Zuhörer in Meppen zurück in die wundervolle Blütezeit des Jazz.

Gleich zu Beginn des Konzertes stellten sich die Musiker um Martin Bentlage an ihren Instrumenten vor. Sängerin Birgit Uhlenbusch gab ein Vocalthema vor, das von Heinz-Gerd Bökenfeld an der abgedämpften Trompete übernommen und an den Gitarristen Jürgen Laumann abgegeben wurde. Gekonnt wurde die Improvisation an den Bassisten Horst Caillé weitergereicht und dann durch ein musikalisches Gespräch zwischen Pianist Martin Bentlage und Schlagzeuger Wolf Köss aufgelöst. Es folgte der Klassiker „Cry me a River“, gesanglich sehr ruhig und gefühlvoll vorgetragen von Birgit Uhlenbusch. Schon bei diesen ersten Stücken wurde hörbar, was die Jazz Gang besonders auszeichnet: das leise, ruhige und gefühlvolle Zusammenspiel der Musiker. Die Melodie gehaucht und einfühlsam begleitet von „Leise“-Drummer Wolf Köss. In den sachten Tönen versteckt eine spannende Dynamik. Insgesamt harmonisch ausgesteuert, entwickelte sich sofort ein guter Sound, der allen Instrumenten gerecht wurde.

Alle Musiker der Gruppe haben sich dem Jazz – in einer Mischung vom Swing bis Bossa Nova und gefühlvollen Balladen – verschrieben. Die Basis der vorgetragenen Stücke bildete immer eine feste Komposition, die den einzelnen Musikern Freiräume zur Improvisation ließ.

Mal dominierte der Bass, mal perlten Gitarre und E-Piano. Beeindruckend das Trompeten- und Flügelhornspiel von Heinz-Gerd Bökenfeld. Humorvoll die Ansagen von Birgit Uhlenbusch und Martin Bentlage, wenn beispielsweise erklärt wurde, wie schwierig es sich gestaltet, auf eine eigene Jazzkomposition einen deutschen Text zu dichten. „Da wollen die Silben partout nicht auf die Melodien passen“, scherzte Bentlage in seiner Ansage zu der witzigen Eigenkomposition „Der Hasensong“. Spannend, raffiniert und anspruchsvoll klangen alle Kompositionen von Bentlage. Da wechselten sich „psychoakustische“ Taktverschiebungen – während eines Titels mit der passenden Überschrift „Curiosity“ – und einfache gefühlvolle Balladen mit eingängigen melancholischen Melodien im zeitlichen Rahmen gekonnt ab und bildeten so einen genussreichen und unterhaltsamen Jazz-Abend im Hause Dausin & Hartmann.


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