Der Gospelexpress in Meppen Geschichte von Sklaverei und Befreiung

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<em>Der Gospelexpress</em> ist am Ziel. Foto: Petra HeidemannDer Gospelexpress ist am Ziel. Foto: Petra Heidemann

MEPPEN. Elf Kinder der Meppener Propsteigemeinde im Alter von 8 bis 12 Jahren, begleitet vom Gospelchor Sustrum Moor, haben singend, tanzend und spielend die zahlreichen Besucher des Kinder-Musicals auf eine Zeitreise in die Zeit der Sklaverei mitgenommen und die gottgewollte Gleichheit und Freiheit aller Menschen vor Augen geführt.

Unter der Leitung von Wilfried Hagemann, der mit Christoph Korfhage auch an den Keyboards stand, verliehen etwa 30 Sängerinnen und Sänger des seit 1999 bestehenden Gospelchores stimmgewaltig und dabei stets klar artikuliert, teilweise auch hervorragend solistisch, mit ihren elf Gospeleinlagen dem Spiel der Kinder mitreißend schwungvoll Nachdruck. Die Gemeindereferentin der Propsteigemeinde Frauke Neuber hatte mithilfe der Eltern den „Gospelexpress“, basierend auf dem Kindermusical von Sylvia Mansel und Hanjo Gäbler, einstudiert. Als Kulissen fungierten projizierte Hintergrundbilder der Spielorte, wie Klassenraum, Sklavenmarkt, Hütte, Herrenhaus, Baumwollpflücker, aus entsprechender Zeit. Den Vordergrund bildeten Lok und Anhänger des Gospelexpresses. Wie viel Freude die Aufführung allen Beteiligten machte, war den strahlenden Gesichtern der total engagierten Kinder deutlichst anzusehen. Geradezu mühelos kamen die englischen Texte, immer in Bewegung umgesetzt; auch sie sangen durchaus solistisch, und dass glockenrein mit fester Stimme. So führten sie die Besucher aus der zum Einschlafen langweiligen Religionsstunde über Sklaverei im Traum des Schülers Tom mit dem Gospelexpress (Chatanoooga Choo-Choo) in die Vergangenheit der amerikanischen Südstaaten.

Vom Schaffner erhalten sie für ihre abenteuerliche Reise einen geheimnisvollen Plan, der sie zunächst auf den Sklavenmarkt führt. Schockiert, dass Menschen als Ware verhökert werden, treffen sie auf den Farmersohn Luke und das eingesperrte Sklavenmädchen Lulu. Im Haus des Farmers lernen sie tanzend das Baumwollpflücken kennen (Pick a Bale of Cotton) und hören die Lebens- und Leidensgeschichte der Sklavenköchin, aber auch von der geheimen Befreiungsbewegung im Untergrund, deren Erkennungszeichen die Worte „a friend of a friend“ sind. Sie erfahren die Kraft und Glaubensstärke, die von der Hoffnung ausgeht (Go down Moses), mit Gottes Hilfe aus der Gefangenschaft geführt zu werden, und die Tragkraft der Gospelgesänge. So gelingt es ihnen, das geflohene Waisenkind Lulu mutig vor weiterer Versklavung zu retten und ihm ein gutes Zuhause zu ermöglichen. Dann führt sie der Gospelexpress wieder in die Jetztzeit des Klassenraums, während im großen Finale noch einmal alle leisen und lauten Lieder in einem umfassenden Mix anklingen. Schon lange sind die Besucher ebenfalls rhythmisch klatschend in Bewegung. Bei der Zugabe nach verdienten „standing ovations“ dürfen alle anwesenden Kinder auf der Bühne mitmachen, und auch die Erwachsenen singen kräftig mit. Nach dieser Unterrichtsstunde sind nicht nur die dargestellten Schulkinder um einiges klüger.


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