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Gesetzesänderungen wirken sich aus Biogasanlagen bald weniger lukrativ

Von Franz-Josef Böckermann

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Meppen. Zum Auftakt der Generalversammlung des Beratungs- und Erzeugerringes Meppen e.V. in der Gaststätte Gebken hat Tobias Niehof von der Landwirtschaftskammer Hannover zum Thema „Biogas – Was bringt das EEG 2012?“ referiert.

Einleitend nannte Niehof einige Fakten zum gegenwärtigen Stand der Biogasanlagen. In Niedersachsen seien im vergangenen Jahr 1333 Anlagen in Betrieb gewesen. Im Jahr 2008 waren es erst 614, im Jahr darauf 876. Im Landkreis Emsland gibt es derzeit 139 produzierende Biogasanlagen, die insgesamt mehr als 63,5 Megawatt elektrische Leistung (MWel) produzieren. 18 Anlagen mit mehr als acht MWel seien im Bau, 15 Anlagen seien genehmigt oder geplant. Insgesamt wären das, wenn auch wirklich alle noch geplanten Anlagen gebaut würden, 172 Biogasanlagen mit fast 79 MWel.

In der Grafschaft Bentheim seien 37 Anlagen in Betrieb, acht befänden sich in im Bau oder in der Genehmigungs- oder Planungsphase. Einen deutlichen Schwerpunkt gebe westlich von Meppen, sagte Niehof. Da die meisten Biogasanlagen mit Mais beschickt würden, nannte er noch einige Zahlen zum Anbauverhältnis der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Von den etwas mehr als 200000 Hektar Ackerfläche nahm der Maisanbau im Jahr 2011 ziemlich genau 50 Prozent ein, während der Anbau von Getreide in den letzten zehn Jahren stetig gesunken sei.

Das novellierte Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird am 1. Januar 2012 in Kraft treten. Neu geregelt wurde unter anderem die Vergütung für Biogasanlagen. Die Grundvergütung wird über fünf Leistungsklassen abgerechnet, von weniger als 150 Kilowatt (kW) Leitung bis zu 20 Megawatt. Betreiber von Biogasanlagen erhalten zwischen 14,3 und 6 Cent je kW-Stunde (kWh). Auch die Leistungsklassen in der Substratvergütungsklasse 1 – für energiereiche Biomasse wie Mais, Getreide, Gras, Zuckerrüben – wurden weiter aufgesplittet. In der Substratvergütungsklasse 2 müssen mindestens 60 Prozent Gülle eingesetzt werden. Für Anlagen bis 500 kW gibt es dann 8 Cent pro kWh, für Anlagen darüber nur noch 6 Cent.

Ernüchterndes Fazit

Der Vergütungsanspruch gilt nur, wenn ab dem zweiten Kalenderjahr nach Inbetriebnahme 60 Prozent der Stromerzeugung mit Kraft-Wärme-Kopplung, also der gleichzeitigen Nutzung der entstehenden Wärme, erfolgen. Dabei werden 25 Prozent des Stroms für die Beheizung des Fermenters der Biogasanlage angerechnet. Eine wichtige Änderung gebe es beim Einsatz von Mais, erläuterte Niehof. Dessen Masseanteil dürfe zusammen mit dem Getreidekorn im Kalenderjahr höchstens 60 Prozent betragen.

Das Fazit von Niehof bezüglich des Ertrags fiel ziemlich nüchtern aus. Wenn man nach den neuen Richtlinien in das Biogas-Geschäft einsteige, dann sei das in der Regel bei solchen Anlagen, die bisher im Emsland errichtet worden seien, „ein Nullsummenspiel“. Lediglich Anlagen unter 75 kW, die mit eigener Rindviehgülle oder -mist beschickt würden, sowie bei großen Anlagen mit über 600 kW lohne sich der Betrieb.


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