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Tribüne als Kunstobjekt Meppen: Vorstand des SV Hemsen enttäuscht vom Beschluss des Stadtrates

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Als Kunstobjekt sehen die Verantwortlichen des SV Hemsen ihre geplante Tribüne.Als Kunstobjekt sehen die Verantwortlichen des SV Hemsen ihre geplante Tribüne.

Meppen. Die Verantwortlichen des SV Hemsen sind enttäuscht von der Stadt Meppen. So hatte der Stadtrat mit den Stimmen der CDU-Mehrheitsfraktion während seiner Sitzung am 30. Juni den Antrag des Sportvereins für den Bau einer Tribüne abgelehnt.

Die Stadtverwaltung um Bürgermeister Jan Erik Bohling begründete die ablehnende Haltung damit, dass der Vereinsvorstand die Antragsunterlagen mit einer konkreten Finanzierung zu spät für den Nachtragshaushalt 2011 eingereicht habe. So vertröstete CDU-Stadtratsmitglied Arno Fillies den SV Hemsen denn auch auf das kommende Jahr.

In einem Pressegespräch zeigten sich die Verantwortlichen mit dem Vorsitzenden Klaus Bandowski und Vorstandsmitglied Ansgar Deters enttäuscht von dem Votum. So wollen sie die Stadtverwaltung bereits sehr frühzeitig vom geplanten Tribünenbau unterrichtet haben. Tatsächlich schickte der SV Hemsen bereits im September 2009 zwei Schreiben an die Meppener Verwaltung. Adressaten waren Sportamtsleiter Wilhelm Kuhl und Bürgermeister Jan Erik Bohling.

In dem Schreiben wird exakt das Jahr 2011 zur „Fertigstellung einer neuen multifunktionalen Tribüne des SV Hemsen“ genannt. Wie Vorsitzender Bandowski sagte, habe der Verein dieses Datum ganz bewusst gewählt. So will der SV Hemsen keine übliche Tribüne, sondern ein „funktionales Kunstobjekt“ errichten. Damit will der Verein eines großen Meppeners gedenken, der nach Ansicht von Bandowski und Deters in der Kreisstadt bislang nicht ausreichend gewürdigt werde.

Es handelt sich um Wilhelm Anton Riedemann (1832–1920). Dieser ließ am 13. Juli1886, also genau vor 125 Jahren, das erste Tankschiff in der Geschichte der Seefahrt, die „Glückauf“, von Hamburg nach New York fahren. Riedemann leitete damit eine neue Ära des maritimen Petroleumtransports ein. Der Petroleumpreis verringerte sich um rund 50 Prozent. Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges besaß seine Firma die größte Tankerflotte der Welt. Deters wörtlich: „Ohne den ESSO-Gründervater Riedemann wäre die Welt heute um einen Entwicklungsschritt langsamer.“

1660000 Euro teuer

Um an den großen Sohn der Stadt Meppen zu erinnern, will der SV Hemsen sein „funktionales Kunstobjekt“ errichten. Die Seitenträger der 40 Meter langen Tribüne erinnern an die Erdölförderpumpen (Nicker). Die Dachkonstruktion soll eine Pipeline abbilden. Auf dem Dach sollen Fotokollektoren den Einklang zwischen fossiler und regenerativer Energiegewinnung symbolisieren. Für den Verein schließt sich damit der Kreis: Dazu Bandowski: „Mit der Tribüne finden sich Funktionalität, Erinnerung, Kunst und Kultur in einem Objekt wieder.“ Damit besitze diese außergewöhnliche Maßnahme sogar überregionalen Modellcharakter.

Die Gesamtkosten beziffert der Vorstand auf 166000 Euro. Die Finanzierung soll über Zuschüsse der Stadt Meppen (50000 Euro), des Landkreises Emsland/Sparkassenstiftung (35000 Euro), des Kreissportbundes (30000 Euro) und der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung (26000 Euro) erfolgen. Zudem will sich der Verein mit seinen 730 Mitgliedern und zehn aktiven Fußballmannschaften mit Eigenmitteln und Eigenleistungen im Gesamtwert von 25000 Euro einbringen.


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