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Viel Publikum bei Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen Meppener Marktplatz wird zum Wunschforum


Meppen. So unterschiedlich die Lieder, Ansprachen und Spruchtafeln auch gewesen sein mögen, die am Donnerstagvormittag auf dem Meppener Marktplatz zu hören und zu sehen gewesen sind – letztlich hatten sie zwei zentrale Aussagen: „Ich bin wie du“ und „Auch Menschen mit Behinderungen haben Wünsche“.

Zum Ausdruck gebracht wurden sie von mehreren Hundert Menschen mit und ohne Handicaps, die aus dem gesamten Emsland in die Kreisstadt gekommen waren. Den Anlass bildete wie jedes Jahr am 5. Mai der europäische Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen.

Die Wünsche selbst waren vielfältig und wurden in ebenso variantenreicher Art geäußert. Zum Beispiel auf bunten Zetteln an Stellwänden. Konkrete Anliegen waren dort zu lesen, etwa „Gemeinsam mit anderen Musik machen“ oder „Begleitung zur Freizeitgestaltung“. Aber auch allgemeine Forderungen – nach Solidarität, nach Menschlichkeit – und die Bitte „Keine Ausgrenzung“.

Als Wunschforum diente ebenso die Bühne auf dem Marktplatz, auf der nicht nur ein Ensemble zum Singen und Musizieren auftrat, sondern wo Moderator Theo Gerken außerdem mehreren Gesprächspartnern das Mikrofon reichte. Die 23-jährige Josi beispielsweise, sie arbeitet im Meppener St.-Vitus-Werk, würde gerne Freundschaften außerhalb der Einrichtung schließen: „Das gestaltet sich leider schwierig, da könnte noch mehr an Integration passieren“, sagte sie und wünschte sich mehr ehrenamtliche Betreuer sowie den Abbau von Berührungsängsten.

Auch Angehörige kamen zu Wort, etwa Agnes Elsen aus Lingen, deren Tochter Sandra schwerstmehrfach behindert ist und in allen Lebenssituationen Unterstützung braucht. „Ich wünsche mir eine Politik, die sich um die Belange von Menschen mit Behinderungen individuell kümmert und sie nicht nur als Kostenfaktor und Bittsteller sieht“, sagte Elsen unter dem Beifall der Versammelten.

Das Motiv des Wünschens wurde gleichermaßen von Gerrit Weusthof aufgegriffen: „Alle Menschen können sich Geld wünschen, aber wenn ich keine Menschen habe, die um mich sind und mich erkennen, was will ich dann in dieser Welt?“, gab der Pastor der katholischen Kirchengemeinde St. Josef in Papenburg zu bedenken. „Ich träume davon, dass es uns gemeinsam gelingt, noch besser miteinander zu leben.“


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