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200000 Euro Strafe Baustart für die Rennstrecke im Meppener Funpark noch im Juni

Funpark Eröffnung Kartbahn Hennie van der MostFunpark Eröffnung Kartbahn Hennie van der Most

Meppen. In nicht öffentlicher Sitzung hat der Stadtrat Meppen mehrheitlich eine Änderungsvereinbarung zum städtebaulichen Vertrag mit dem Funpark-Investor Hennie van der Most aus dem Jahre 2004 beschlossen. Kerninhalte sind zum einen die Zustimmung der Stadt zum Verkauf einer 20 Hektar großen Teilfläche (Gesamtfläche 60 Hektar) an einen Co-Investor für den Ausbau einer Rennstrecke, zum anderen die Festsetzung einer Zahlungspauschale für nicht geschaffene Arbeitsplätze.

Dabei hatte SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Kötter am Donnerstag eine Debatte mit Abstimmung in öffentlicher Sitzung gefordert. Schließlich habe Investor Hennie van der Most die Vereinbarungen nicht eingehalten, und die Öffentlichkeit müsste über weitere Zugeständnisse der Stadt Meppen informiert werden. Bürgermeister Jan Erik Bohling erwiderte, Vertragsangelegenheiten würden generell nicht öffentlich behandelt. Mit den 19 Stimmen der CDU gegen die 16 Stimmen der Opposition wurde der SPD-Antrag auf Öffentlichkeit abgelehnt.

Zur Historie: Im März 2004 schlossen Stadt und Hennie van der Most einen städtebaulichen Vertrag. Danach kann die Stadt Kosten und Auslagen von 1,286 Millionen Euro zurückfordern, wenn der Niederländer nicht bis Ende 2009 eröffnet. Zudem verpflichtete er sich damals, bis Juni 2010 mindestens 100 sozialversicherungspflichtige Vollzeitarbeitsplätze bzw. 75 Vollzeitarbeitsplätze und 50 Teilzeitjobs im Funpark zu schaffen.

„Unter anderem bedingt durch die Finanzkrise, Änderungen im Angebotskonzept des Funparks und die Einholung von über 40 geforderten Genehmigungen unterschiedlicher Behörden, hat sich die Fertigstellung des Parks über mehrere Jahre verzögert“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Stadt Meppen.

„Zur Realisierung dieses Vorhabens war es jedoch unumgänglich, den städtebaulichen Vertrag mit der nun durch den Rat gebilligten Änderungsvereinbarung zu ergänzen. Ohne diese hätte das Projekt Funpark mit absoluter Sicherheit vor dem wirtschaftlichen Aus gestanden, was für die Stadt zu einem großen Imageverlust geführt hätte“, erläutert Bürgermeister Jan Erik Bohling die Notwendigkeit der Übereinkunft mit dem Funpark-Betreiber.

Einen wichtigen Teil der Regelung stelle der von van der Most beabsichtigte Verkauf der 20 Hektar großen Teilfläche für eine Rennstrecke an den niederländischen Investor Harry Maessen dar. „Ich freue mich über die von der Stadt eingeräumte Möglichkeit des Flächenerwerbs. Schon in den nächsten 14 Tagen werden wir mit dem weiteren Streckenausbau beginnen, mein Interesse an einer zeitnahen Eröffnung dieser Parkattraktion ist groß“, erklärte Maessen.

Einer weiteren Forderung der Änderungsvereinbarung, der Parkeröffnung, ist van der Most am 30. Mai nachgekommen, auch wenn sich zurzeit noch ein Teil der angekündigten Erlebniswelten im Aufbau befinden. Zudem verpflichtete er sich, den Erlebnispark ab dem Jahre 2015 an mindestens 250 Tagen pro Kalenderjahr zu öffnen. Neben der von van der Most bereits geleisteten Zahlung für Kompensationsmaßnahmen in Höhe von 350000 Euro sieht der Änderungsvertrag eine pauschale Abgeltung für nicht in der gewünschten Anzahl geschaffene Arbeitsplätze in Höhe von 200000 Euro vor. Weitere Ansprüche hinsichtlich der Rückerstattung von Planungskosten etc. seien nicht vorgesehen. Bohling zieht ein positives Resümee: „Der Stadtrat hat den Weg für Vorhabenträger und Co-Investoren frei geräumt und hofft, endlich den erwarteten Mehrwert für Meppen und die Region verzeichnen zu können.“


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