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Mit Öl-Rückstanden belastet Meppener Schützenstraße wegen Altlasten-Sanierung weiterhin teilweise gesperrt

Zum sparsamen Umgang mit Flächen gehört die Altlastensanierung, so wie hier an der Schützenstraße. Foto: Carola AlgeZum sparsamen Umgang mit Flächen gehört die Altlastensanierung, so wie hier an der Schützenstraße. Foto: Carola Alge

Meppen. Wer von der B 70 in Richtung Meppener Innenstadt – oder umgekehrt – unterwegs ist, steht im Bereich des Schützenhofs weiter vor einem Schild: Umleitung. Er muss einen Schlenker Richtung Hafen nahe an die alten Kaimauern fahren. Immer noch dauern dort die Sanierungsarbeiten an, bestimmen Bagger das Bild, bohren ihre Schaufeln bis zu 3,20 Meter tief in das Erdreich.

Der Startschuss für die Sanierung der Altlasten am Meppener Hafen in der Schützenstraße und den Stadtumbau „Rechts der Ems“ war im Oktober gegeben worden. Dort soll bekanntlich nach dem Umzug des Hafens nach Hüntel in dem frei gewordenen Viertel insbesondere auch innenstadtnahes Wohnen am Wasser ermöglicht werden.

Das sind zumindest die mittelfristigen Planungen. Bevor hier allerdings gebaut werden kann, müssen mehrere Grundstücke saniert werden. Auf ihnen war bis in die 1980er-Jahre mit Mineralölen hantiert worden. Dort ist es zum Teil zu erheblichen Bodenverunreinigungen gekommen. Sie stellen zwar keine akute Gefährdung dar, ohne Sanierung jedoch ist eine Nachnutzung hier nur schwer oder gar unmöglich.

Von zwei der vorhandenen drei Altlastenstandorte sind inzwischen die mit Mineralöl kontaminierten Bodenhorizonte vollständig abgegraben und weitgehend entsorgt, so der von der Stadt beauftragte Gutachter Dr. Karl-Heinz Lübkes. Der Abschluss der Sanierung auf der dritten Fläche verzögere sich derzeit allerdings aufgrund der Witterungslage. Der starke Frost der letzten Woche hätte einen sicheren Bodenabtrag behindert, erklärte am Montag ein Sprecher auf Anfrage. Vor allem sei die Wiederverfüllung im Bereich des Bodenabtrages mit frostfreiem verdichtungsfähigen Füllsand nicht möglich.

8000 Tonnen Boden

Bislang wurden etwa 8000 Tonnen ölverunreinigter Boden entsorgt. Die frostfreien Tage zu Beginn dieser Woche würden nun genutzt, die Sanierungsarbeiten im Bereich der Straßentrasse der Schützenstraße und an den dort vorhandenen Versorgungsleitungen fertigzustellen. Danach werde die Umleitung im Bereich der Schützenstraße wieder aufgehoben. „Wir gehen davon aus, dass wir noch vor Weihnachten aus dem Gröbsten raus sind“, so Baudirektor Dieter Müller. Ob die Straße dann bereits wieder mit einer Schwarzdecke befestigt sein wird, hänge stark auch von den Witterungsverhältnissen ab.

Aus Richtung Innenstadt kann die Schützenstraße bis zur Hafenstraße, von der B 70 aus kommend bis zum Betriebsgelände der Firma Mayrose von Pkw befahren werden. Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle über einen Notweg passieren.


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