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Waldemar Nuss nutzt Chance durch Förderung Langer Weg zum Unternehmer

Über den Erfolg des ehemaligen BaE-Teilnehmers Waldemar Nuss freuen sich Alo Weusthof vom BTZ Meppen und Berufsberater Helmut Ehrhardt (von links).Über den Erfolg des ehemaligen BaE-Teilnehmers Waldemar Nuss freuen sich Alo Weusthof vom BTZ Meppen und Berufsberater Helmut Ehrhardt (von links).

pm Meppen. Vor 16 Jahren nach Deutschland gekommen, die Ausbildung und den Meistertitel im Zimmererhandwerk gemacht und inzwischen einen eigenen Betrieb mit vier Mitarbeitern auf die Beine gestellt: Der Mann, der diesen Weg erfolgreich gegangen ist, heißt Waldemar Nuss. Die ersten Schritte seines Weges hat er in einer geförderten, sogenannten BaE-Ausbildung beim BTZ in Meppen gemacht.

BaE steht für Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen und ist ein bundesweites Ausbildungsprogramm. „Dies sind Maßnahmen der Agentur für Arbeit oder der Jobcenter des Landkreises Emsland, in denen jungen Menschen ihre persönliche Chance auf Ausbildung erhalten“, erläutert Alo Weusthof, Standortleiter des Berufsbildungs- und Technologiezentrums (BTZ) des Handwerks in Meppen. Neben schulischen Defiziten können die Gründe für eine Teilnahme an BaE zum Beispiel sprachliche Handicaps sein, wie sie bei Menschen mit Migrationshintergrund vorkommen. Aber auch bei schweren persönlichen und familiären Problemlagen können Ausbildungswillige ihre Chance in solch einer Maßnahme bekommen.

Weusthof und Helmut Ehrhardt, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit in Meppen, haben sich mit Waldemar Nuss getroffen, um mit ihm über seine persönliche Erfolgsgeschichte zu sprechen. Aus Wolgograd in Russland kam Waldemar Nuss 1994 mit seinen Eltern und seiner Schwester nach Deutschland. Achtzehn Jahre war er damals. Einem Sprachkurs folgte 1996 die Beratung durch den Berufsberater der Arbeitsagentur mit dem Ergebnis, dass Waldemar sich entschied, eine Ausbildung zum Zimmerer im BaE-Programm beim BTZ zu absolvieren. Nach der erfolgreichen Gesellenprüfung arbeitete er bis zum Jahr 2000 in emsländischen Betrieben. Dann folgte er seiner Ehefrau Nina nach Hanau in Hessen, weil sie dort nach ihrer Ausbildung zur Kinderkrankenschwester eine Anstellung an einer Klinik bekam.

Eigener Betrieb

Nuss arbeitete bei dortigen Zimmereien und sammelte weitere Berufserfahrungen. Der Rückkehr nach Meppen 2003 folgte die Meisterschule und seit 2009 arbeitet Waldemar Nuss im eigenen Betrieb. Hier gibt er inzwischen vier weiteren Zimmerleuten Arbeit.

„Dies ist eine Erfolgsgeschichte, die sich nicht so oft finden wird“, sind sich Ehrhardt und Weusthof sicher. Beide zeigen sich überzeugt davon, dass durch BaE „viele, viele junge Menschen einen guten Weg in die Arbeitswelt gefunden haben, den sie sonst so nicht gefunden hätten.“ Der Mitarbeiter der Arbeitsagentur legt Zahlen vor, die zeigen, wie viele jungen Menschen bereits seit 1995 beim BTZ in Meppen eine BaE-Ausbildung durchlaufen haben (siehe Infokasten).

Wichtig sei bei BaE, betonen die beiden Fachleute, „dass der Jugendliche seine Chance nutzen will.“ Die Betonung lege man bewusst auf „nutzen will“, so Weusthof. Der junge Mensch müsse Engagement und Durchhaltewillen zeigen. Ein großer Vorteil sei, dass die Maßnahmen sozialpädagogisch begleitet würden, die jungen Auszubildenden also neben einer qualifizierten Ausbildung auch mit ihren persönlichen oder familiären Problemlagen nicht alleine gelassen würden. „Intensiver, individuell zugeschnittener Stützunterricht rundet die BaE-Maßnahmen ab“, erklärt der Pädagoge des BTZ.

Die Berufe, die man in einer BaE erlernen kann, richten sich nach dem Bedarf am Arbeitsmarkt. In der Regel werden nur noch zweijährige Berufsausbildungen, wie zum Beispiel die des Teilezurichters oder des Bauten- und Objektbeschichters, gefördert.


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