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Meppener Institution Der Rockpalast wird 30 und George Gambier singt wieder

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Meppen. Wer hat Angst vorm schwarzen Mann? Niemand - das weiß doch jedes Kind. Schon gar nicht vor diesem: George Gambier ist nicht nur der bekannteste Schwarze in ganz Meppen - und das ganz unpolitisch gesehen. Er ist auch Institution, Urgestein und Herbergsvater in einem. Am kommenden Wochenende singt er auch wieder - zur Geburtstagsparty vor seinem Rockpalast.

Seit 1982 betreiben er und seine Frau Petra den Laden. Am kommenden Samstag gegen halb zwölf wird er die Bühne treten, um aus seiner neuen CD „We’re gonna make it together“ zu singen. „Acht Titel“, sagt er, „vielleicht einer mehr, wenn jemand eine Zugabe möchte.“ Ganz unwahrscheinlich ist das wohl nicht. Schließlich hatte Gambier schon vor Jahrzehnten in seinem Geburtsland Suriname im Norden Südamerikas als „Lord Cammy“ beschwingte aber gesellschaftskritische Lieder gesungen und sich auch in seinem zweiten Leben auch in Meppen eine eigene Fangemeinde erarbeitet.

Den Rockpalast hatten Gambier und Ehefrau Petra 1982 gepachtet, bauten eine 160 Quadratmeter große Metallwerkstatt um in einen dunklen, langen Musikladen. Anfänglich gab es Rockmusik - vor allem, um sich vom Angebot in der Barbarella zu unterscheiden und ihr keine Konkurrenz zu machen. Aber dann gingen die DJ´s im Rockpalast immer stärker auf den Geschmack des Publikums ein. Man konnte Songs bestellen, um im Schummerlicht zu „tanzen wie verrückt.“ Besonders die Musik der 80er fasziniert Gambier, der nie selbst am Plattenteller stand. „Culture Club, Spandau Ballet, Depeche Mode, David Bowie - das war der Wahnsinn“.

Im Rockpalast gab es fortan immer einen ziemlich exklusiven Musikmix, der verschiedene Stilrichtungen mischte und manchmal auch den Großstädten voraus war. Die Meppener brachten an den Wochenenden Eindrücke von überall her mit in die Kleinstadt an der Ems. Manch einer diktierte George seine Plattenwünsche in den Einkaufszettel und er zog los und holte die Scheiben für die nächste Woche.

Ob die - natürlich nicht immer unumstrittene - Musikauswahl das Geheimnis des Erfolges ist? „Nein nein, nicht nur“, meint Ehefrau Petra. „Es ist auch George selbst. Er ist zum Sabbeln da“, sagt sie. Herbergsvater mit Rockschuppen könnte man das auch nennen. „Die Leute kommen zu mir in guten und schlechten Zeiten“, sagt Gambier und lächelt. Manch eine große Liebe begann im Palast, manch ein Streit wurde mit Tequila oder surinamischer Diplomatie geschlichtet.

Beliebt ist der Rockpalast wie eh und je: als er im vergangenen Jahr zwei Monate zwangsweise geschlossen war, weil die Behörden ihn plötzlich für zu unsicher hielten, hagelte es Proteste.

Wie George Gambier nach Deutschland gekommen war, warum er sein Alter nicht verrät und vor allem, ob er den Palast weitermachen will – das lesen Sie in der Meppener Tagespost am Samstag.


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