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Deutsch-Polnisches Jugendwerk ehrt Lehrer des Windthorst-Gymnasiums Mit Theater die Partnerschaft gefördert

Von Margarete Over

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Gemeinsam auf der Bühne: Anlässlich des polnischen EU-Beitritts spielten die deutschen und polnischen Schüler eine Szene zum vereinten Europa. Foto: Windthorst-GymnasiumGemeinsam auf der Bühne: Anlässlich des polnischen EU-Beitritts spielten die deutschen und polnischen Schüler eine Szene zum vereinten Europa. Foto: Windthorst-Gymnasium

Meppen. „Gute Nachbarn – Dobry Sasiad“, so dürfen sich ab kommenden Freitag das Windthorst-Gymnasium Meppen (WGM) und das „XX. Liceum Ogólnoksztalacace im. Zbigniewa Herberta“ in Danzig nennen. Die beiden Schulen werden vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk für ihren besonderen Beitrag zur deutsch-polnischen Partnerschaft geehrt.

Seit über zehn Jahren besteht die Partnerschaft zwischen der deutschen und der polnischen Schule. Dabei gehe das Engagement „weit über eine reine Schulpartnerschaft hinaus“, betont Dr. Wolfram Hamacher, Schulleiter des WGM. Vor allem zwei gemeinsame Projekte seien bezeichnend für die Partnerschaft gewesen.

Dazu gehörte zum einen die Inszenierung von Peter Weiss’ „Die Ermittlung“, in der die Frankfurter Auschwitzprozesse von 1963 bis 1965 dargestellt werden, zum anderen das Stück „Ich blickte in die Zukunft und sah...“. Letzteres wurde 2008 von den deutschen und polnischen Oberstufenschülern selbst geschrieben, inszeniert und in Meppen und Danzig aufgeführt. Es behandelt Stationen der deutsch-polnischen Geschichte, darunter das Hambacher Fest von 1832 und die Gründung der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc 1980.

Vorurteile abbauen

Gegenseitige Vorurteile abbauen und erkennen, „wie viele Gemeinsamkeiten bestehen“, sei Ziel des Projektes gewesen, sagt dessen Mitorganisator Norbert Kreimer, Deutsch- und Geschichtslehrer am WGM. 2002 und 2009 erhielt das Gymnasium jeweils den Friedenspreis des niedersächsischen Kultusministeriums für die Theaterinszenierungen.

Maßgeblichen Anteil an der erfolgreichen Partnerschaft habe vor allem Lehrer Hans-Ulrich Sudek als Theaterleiter gehabt, sagt Hamacher. Doch auch Kreimer, der sich selbst als „Mädchen für alles“ bezeichnet, sei „mit viel Herzblut dabei“. Beide fühlten sich durch ihre polnischen Wurzeln dem Nachbarland verbunden. Für die Nachfolge Sudeks, der vor zwei Jahren in den Ruhestand verabschiedet wurde, ist bereits gesorgt. Der Chemie- und Sportlehrer Martin Ziemba stammt selbst aus einer polnischen Familie und spricht fließend Polnisch. Der Schulleiter ist froh, dass die Partnerschaft durch den Kollegen „weiter nachhaltig betrieben“ werden kann.

Anlässlich seines 20-jährigen Bestehens verleiht das Deutsch-Polnische Jugendwerk die Auszeichnungen „Gute Nachbarn – Dobry Sasiad“. Geehrt werden besondere Beiträge zur deutsch-polnischen Partnerschaft in den vergangenen 20 Jahren. Aus über 700 Bewerbungen wurden sieben Institutionen mit ihren Partnern und zehn Einzelpersonen ausgewählt, darunter auch die Schulpartnerschaft des WGM und des Danziger Lyceums.

In Berlin werden am 17. Juni die Auszeichnungen durch den deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff und den polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski übergeben. Es reisen nur die unmittelbar beteiligten Lehrer des WGM, Kreimer, Sudek, Ziemba und Hagemann, der Schulleiter Hamacher sowie die polnischen Kollegen an.


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