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Wahl der Sportler des Jahres Carsten Schlangen hetzte lange der Norm hinterher und startete bei Olympia in London

<em>Seine zweiten Olympischen Spiele</em> erlebte Mittelstreckenläufer Carsten Schlangen in London. Foto: dpaSeine zweiten Olympischen Spiele erlebte Mittelstreckenläufer Carsten Schlangen in London. Foto: dpa

Meppen. Beinähe hatte Carsten Schlangen selber nicht mehr dran geglaubt, dass er eines der begehrten Tickets zu den Olympischen Spielen in London ergattert. Erst im letzten Versuch knackte der Mittelstreckenläufer aus Meppen die geforderte Norm über 1500 Meter und erlebte in der englischen Hauptstadt seine zweiten Olympischen Sommerspiele.

Die Hatz nach der Norm bestimmte das Wettkampfjahr des 32-jährigen Wahl-Berliners, der für die LG Nord Berlin startet. „Es war ein superanstrengendes Jahr mit Höhen und Tiefen“, blickt Schlangen zurück. 3:35,50 Minuten musste er unterbieten, um bei Olympia dabei zu sein – eine Zeit, der Schlangen beinahe verzweifelt lange hinterher lief. Dabei war er immer fest davon überzeugt, dass er die Zeit laufen kann. Doch immer wieder musste der Architekt Rückschläge hinnehmen. Im Frühjahr machte eine schwere Grippe die gute Wintervorbereitung zunichte. In Rabat/Marokko verfehlte Schlangen die Norm um 32 Hundertstelsekunden – ein Wimpernschlag.

Es folgte ein weiterer vergeblicher Versuch beim Diamond-League-Meeting in New York und eine kleine Enttäuschung bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid, wo Schlangen seinen DM-Titel nicht verteidigen konnte. Auch sein EM-Auftritt in Helsinki war durchwachsen, als er den Finallauf verpasste.

Nachdem auch Schlangen auch in Reims die Norm verfehlte, blieb nur noch eine Chance. Und die nutzte er. In Bottrop lief er in 3:33,64 eine neue persönliche Bestzeit. „Der Moment, wo mir alles egal war“, blickt Schlangen zurück, „das war alles schon psychologisch und körperlich sehr anstrengend.“ Die Freude, doch noch bei Olympia dabei zu sein, wurde getrübt, weil die unmittelbare Wettkampfvorbereitung durch eine Muskelverletzung beeinträchtigt wurde.

Im olympischen Vorlauf in London war dann mal das Glück auf der Seite des Meppeners, der sich mit einem Hechtsprung auf als letzter Läufer für Halbfinale qualifizierte. Dort forderten die Anstrengungen der vergangenen Monate jedoch ihren Tribut. Im Endspurt konnte Schlangen nicht mehr zulegen und verpasste den erhofften Finaleinzug. „Es war ein hartes Jahr, aber das prägt einen auch.“ Seine schönen Olympia-Erlebnisse kann ihm jedenfalls keiner nehmen.

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